Trotz empirischer Befunde, die auf kognitive Vorteile mehrsprachiger Lernender hinweisen (Antoniou, 2019; Monnier et al., 2021), sind Schülerinnen in sprachlich heterogenen Wiener Mittelschulen weiterhin mit strukturellen Ungleichheiten konfrontiert, die ihren Bildungserfolg einschränken. Dazu zählen insbesondere begrenzte Möglichkeiten, ihre gesamten sprachlichen Repertoires im schulischen Kontext zu nutzen (Weidl & Erling, 2023). Im Rahmen des Udele-Projekts (Understanding Disparities in English Language Education) wurde ein auf action research basierendes Buchprojekt an einer Wiener Mittelschule mit Schüler*innen der dritten Schulstufe mit unterschiedlichen sprachlichen Hintergründen durchgeführt. Aufbauend auf der Translanguaging-Pädagogik sowie der Reader-Response-Theorie wurden die Schüler*innen dazu ermutigt, ihre Sprachenrepertoires zu nutzen, um Gedanken und Gefühle zu ihrer Lektüre des (semi-) Grafikromans Pie in the Sky von Remy Lai (2019) auszudrücken und sich gemeinsam mit ihren Eltern an kollaborativen Aktivitäten zu beteiligen. Das Projekt verwendete ein two-phased sequential explanatory Mixed-Methods-Design, das quantitative und qualitative Daten in den übergreifenden action-research Rahmen integrierte, um die Konzeption, die Umsetzung und die Ergebnisse des Buchprojekts zu untersuchen. Ziel war es, sowohl das Potenzial als auch die Herausforderungen der Einbeziehung der Lebensrealitäten der Schüler und der Einbindung ihrer Familien in den Englischunterricht zu untersuchen. Die thematische Analyse zeigt, dass der Einsatz eines Translanguaging-Ansatzes sowie die Verwendung von Lesetagebüchern im Rahmen des Buchprojekts förderlich war, da sie das Leseverständnis unterstützten, das Engagement mit dem Text erhöhten und die Bewältigung der Aufgaben erleichterten. Die Ergebnisse verdeutlichen auch das Potenzial der Einbindung von Eltern und Familienmitgliedern, einschließlich einer breiteren sprachlichen Ressourcenbasis und Möglichkeiten zum Austausch von Funds of Knowledge. Die Studie zeigt jedoch, dass zeitliche und kontextuelle Einschränkungen das Ausmaß, in dem das Projekt das Potenzial dieser Ansätze voll ausschöpfen konnte, beeinflusst haben. Insgesamt unterstreicht die Arbeit die Vorteile sprachlich orientierter, familienintegrierender Buchprojekte und weist gleichzeitig auf die Notwendigkeit weiterer Forschung und Experimente hin, um herauszufinden, wie solche Ansätze effektiv gestaltet und umgesetzt werden können.
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Anita Ghoreshi
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Anita Ghoreshi (Thu,) studied this question.
www.synapsesocial.com/papers/69df2abce4eeef8a2a6afbf4 — DOI: https://doi.org/10.25365/thesis.80915
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