Zusammenfassung Die digitale Transformation der Landwirtschaft verändert traditionelle Geschäftsmodelle, doch die Einführung von E-Commerce bleibt begrenzt. Diese Studie untersucht das Ausmaß der E-Commerce-Einführung unter bulgarischen landwirtschaftlichen Unternehmen und nutzt Daten von 5.555 aktiven Unternehmen, die bei der bulgarischen Nationalen Steuerbehörde und der Apis-Datenbank registriert sind. Bemerkenswerterweise nutzt die Studie einen Totalerhebungsansatz, der die gesamte Population aktiver landwirtschaftlicher Unternehmen umfasst, anstatt sich auf eine repräsentative Stichprobe zu stützen. Diese umfassende Einbeziehung stellt sicher, dass die Ergebnisse den Stand der E-Commerce-Einführung genau widerspiegeln. Die Analyse zeigt, dass nur 108 Firmen Online-Shops betreiben, was auf erhebliche Hürden bei der Digitalisierung hinweist. Mit einem Mixed-Methods-Ansatz verwendet die Studie deskriptive Statistiken, Hypothesentests (ANOVA, Chi-Quadrat) und qualitative Erkenntnisse von Markthändlern aus der Landwirtschaft, um finanzielle Leistungsindikatoren, regionale Unterschiede und strukturelle Herausforderungen zu bewerten. Die Ergebnisse heben eine ausgeprägte Nord-Süd-Digitalisierungs-Kluft hervor, wobei südliche Unternehmen höhere E-Commerce-Raten aufweisen. Statistische Tests bestätigen, dass Unternehmensgröße, Teilnahme an EU-Projekten und Zugang zu Finanzierung die digitale Integration signifikant beeinflussen. Finanzielle Leistungsindikatoren wie Eigenkapitalrendite und Umsatz pro Mitarbeiter zeigen jedoch keinen unmittelbaren Nutzen aus der E-Commerce-Einführung, was darauf hindeutet, dass die Profitabilität nicht der Haupttreiber der digitalen Transformation ist. Stattdessen erweist sich die Beteiligung an EU-finanzierten Projekten als der wichtigste Prädiktor für die E-Commerce-Adoption, was die Bedeutung externer Unterstützungssysteme unterstreicht. Qualitative Ergebnisse zeigen, dass informelle Online-Vertriebskanäle wie soziale Medien, Direktnachrichten und Telefonkommunikation den Sektor dominieren, was die Zurückhaltung gegenüber formaler E-Commerce-Integration aufgrund regulatorischer Belastungen und mangelnder digitaler Kompetenzen weiter widerspiegelt. Diese Ergebnisse betonen die Notwendigkeit gezielter politischer Interventionen, Investitionen in Infrastruktur und angepasste Unterstützungsprogramme, um die digitale Kluft in der Landwirtschaft zu überbrücken. Durch die Identifizierung struktureller und verhaltensbezogener Barrieren trägt diese Studie zur wachsenden Diskussion über Digitalisierung in ländlichen Wirtschaften bei und bietet Empfehlungen zur Förderung der E-Commerce-Adoption unter landwirtschaftlichen Unternehmen.
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Anna Kyosova
Sofia University "St. Kliment Ohridski"
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Anna Kyosova (Tue,) untersucht diese Fragestellung.
www.synapsesocial.com/papers/68c1a8f654b1d3bfb60e1732 — DOI: https://doi.org/10.2478/picbe-2025-0379