Zusammenfassung Schwere Brandverletzungen, die durch akute respiratorische Insuffizienz kompliziert sind, stellen einzigartige Herausforderungen in der Intensivmedizin dar. Obwohl der Einsatz von veno-venöser extrakorporaler Membranoxygenierung (V-V ECMO) lebensrettende Unterstützung für diese Patientengruppe bieten kann, bleibt das perioperative Management von Brandverletzten unter ECMO schlecht standardisiert, und evidenzbasierte Richtlinien sind mangelhaft. Diese Perspektive umreißt die Erfahrungen, die bei der Betreuung von Brandpatienten während der Operation unter V-V ECMO in einem großen Brandzentrum gesammelt wurden. Über einen Zeitraum von 3 Jahren wurden 14 Patienten mit einer durchschnittlichen verbrannten Körperoberfläche (TBSA) von 41% mit ECMO-Unterstützung behandelt. Mehrere wichtige Strategien trugen zum sicheren chirurgischen Management dieser Patienten bei. In Zukunft besteht ein klarer Bedarf an multizentrischen Registrierungsdaten und kooperativen Bemühungen, um standardisierte perioperative Protokolle für Brandverletzte, die ECMO erhalten, zu etablieren. Eine individualisierte Antikoagulationsbehandlung unter Verwendung von Point-of-Care-Techniken wie Thromboelastografie und die Bewertung optimaler chirurgischer Timing-Strategien werden wesentliche Bereiche für zukünftige Forschung sein. Zusammenfassend lassen sich durch interdisziplinäre Teamarbeit und strukturierte perioperative Managementprotokolle sichere chirurgische Behandlungen von Brandverletzten unter ECMO ermöglichen. Eine breitere Zusammenarbeit und eine standardisierte Datenerhebung sind entscheidende Schritte zur Verbesserung der Ergebnisse und zur Etablierung bewährter Verfahren für diese komplexe Patientengruppe.
Schmidt et al. (Wed,) haben diese Frage untersucht.