210 Hintergrund: Die ERBB2/HER2-Amplifikation definiert einen seltenen, aber klinisch klar abgegrenzten Subtyp des kolorektalen Karzinoms (CRC), der mit günstigen Ansprechen auf HER2-targeted Therapien assoziiert ist. Im Gegensatz dazu zeigen ERBB2/HER2-mutierte CRCs begrenzten therapeutischen Nutzen, und deren klinische sowie molekulare Merkmale sind bislang wenig definiert. Diese Studie untersuchte die molekularen und klinischen Merkmale von ERBB2/HER2-mutierten CRCs, um Einblicke in die molekulare Grundlage ihrer unterschiedlichen therapeutischen Verwundbarkeiten im Vergleich zu amplifizierten CRCs zu gewinnen. Methoden: CRC-Fälle wurden aus cBioPortal-Studien mit verfügbaren klinischen und ERBB2/HER2-genomischen Daten identifiziert. Nach Qualitätskontrolle und Duplikatentfernung umfasste die Kohorte 4407 eindeutige Fälle: 97 mit ausschließlich Treibermutationen (2,2 %), 86 mit ausschließlich Amplifikation (2 %) und 4224 Wildtyp (95,9 %). Demografische, klinische und molekulare Merkmale, inklusive Mikrosatelliteninstabilität (MSI), Tumormutationslast (TMB) und Veränderungen in 94 onkogenen Signalweggenen, wurden gruppenübergreifend verglichen. Statistische Analysen nutzten Chi-Quadrat/Fisher-Exakt-Tests für kategoriale Daten, Kruskal-Wallis-Tests für kontinuierliche Variablen und die Benjamini-Hochberg-Korrektur für multiple Vergleiche. Odds Ratios und FDR-adjustierte p-Werte wurden berechnet, um Assoziationen zu beurteilen. Ergebnisse: Die Verteilungen von Geschlecht, Ethnie und Primärtumor-Stelle (Colon- oder Rektumkarzinom) waren gruppenübergreifend vergleichbar. Signifikante Unterschiede zeigten sich jedoch im Alter (Mittelwerte 58,7 ± 15,0 Jahre für ERBB2/HER2-mutiert, 55 ± 13,9 für amplifiziert und 59 ± 14,8 für Wildtyp; p = 0,035) und Tumorseitenlokalisation (bei ERBB2/HER2-mutierten Fällen: rechter Colon 30,8 %, linker Colon 15,2 %; bei ERBB2/HER2-amplifizierten: rechter Colon 12,1 %, linker Colon 37,9 %, p = 0,011). KRAS-Veränderungen waren in ERBB2/HER2-mutierten CRCs mit 50,5 % signifikant häufiger als bei amplifizierten (19,8 %) und Wildtyp (37,6 %). MSI-H wurde in 34,5 % der ERBB2/HER2-mutierten Fälle festgestellt, während bei amplifizierten Tumoren keine MSI-H beobachtet wurde (p < 0,001). Wie erwartet zeigten ERBB2/HER2-mutierte Tumoren ein hypermutiertes Phänotyp mit deutlich höherer TMB (30,3 ± 45,5) und Gesamtmutationszahl (232,8 ± 926,0) im Vergleich zu amplifizierten (6,1 ± 9,7 bzw. 15,3 ± 28,4) und Wildtyp (10,5 ± 20,3 bzw. 126,3 ± 424,5; jeweils p < 0,001). Im Gegensatz dazu hatten ERBB2/HER2-amplifizierte Tumoren den höchsten Anteil an gesamten genomischen Veränderungen einschließlich chromosomaler Veränderungen (0,24 ± 0,17 bei amplifiziert vs. 0,14 ± 0,17 bei mutiert und 0,20 ± 0,16 bei Wildtyp; p < 0,001). Die hierarchische Clusteranalyse zeigte, dass ERBB2/HER2-mutierte Tumoren einen eigenständigen molekularen Cluster bilden, während amplifizierte Tumoren eng mit Wildtyp-CRC clustern. Schlussfolgerungen: ERBB2/HER2-mutierte und amplifizierte CRCs weisen hoch unterschiedliche genomische und klinische Merkmale auf, was die Notwendigkeit maßgeschneiderter Behandlungsansätze unterstützt.
Building similarity graph...
Analyzing shared references across papers
Loading...
Muhammed Doğukan Aksu
Paola Zinser
Doga Kahramangil
Journal of Clinical Oncology
University of Michigan
The Ohio State University
Mayo Clinic in Arizona
Building similarity graph...
Analyzing shared references across papers
Loading...
Aksu et al. (Sat,) untersuchten diese Fragestellung.
www.synapsesocial.com/papers/6966f2f013bf7a6f02c004ce — DOI: https://doi.org/10.1200/jco.2026.44.2_suppl.210
Synapse has enriched 5 closely related papers on similar clinical questions. Consider them for comparative context: