aber kaum bekannt: die Darstellung fiktiver Wandteppiche in Kirchen und Palästen (ca. 1520-1650). Diese "falschen" Wandteppiche bestehen aus erzählerischen Szenen, die von Bögen umrahmt sind, die echte Stoffe imitieren. Sie scheinen an den Wänden zu hängen, auf denen sie tatsächlich gemalt sind. Damit bilden sie ein neues (täuschendes) Medium mit eigenen medialen und kommunikativen Eigenschaften. Gemalte Wandteppiche sind normalerweise in große dekorative Schemen integriert. Um sie deutlich unter diesen großen Wandmalereien zu identifizieren, haben einige Maler das textile Material exzessiv betont. Sie könnten beispielsweise das Aufhängesystem hervorheben, indem sie illusionistische Haken malen oder sogar echte Nägel über den fiktiven Wandteppichen hinzufügen, während sie mit echten Wandbehängen tatsächlich unsichtbar sind. Bögen könnten auch überdimensioniert sein und sich auf unnatürliche Weise weit wölben. Wie beeinflussen diese täuschenden Stoffumgebungen die visuelle und auditive Wahrnehmung der Betrachter? Was sind die Auswirkungen der Kluft zwischen Erwartungen (bewegliche, gefaltene Stoffe, die den Schall absorbieren) und der Realität (nackte Wände, die Echo wiedergeben)? Indem sie sich bemühen, wie Wandteppiche auszusehen, zeigt der Überfluss an Mimesis die bildliche Illusion auf paradoxe Weise auf?
Loos et al. (Mon,) haben diese Frage untersucht.