Angeltourismus ist eine sehr verbreitete Freizeitpraxis im Sportfischen, und die Fischereigebiete sind im Kern der Service-Szenerie dieser Tourismusform. Die Sportfischgewässerlandschaft besteht aus den miteinander verbundenen Überwasser- und Unterwasser-„Landschaften“. Das besondere Interesse der Angler liegt in letzterem, während sie versuchen – um die Unterwasserlandschaft zu lesen – sich den Fischen zu nähern. Dabei versuchen sie auch, wie die Fische zu empfinden. Ein Angler bemüht sich, sich größtenteils über „distant“ technologisiertes Beobachten mit den Fischen zu verbinden, ohne tatsächliche enge „Kontaktzonen“. Dies geschieht zum Beispiel, indem der Bildschirm eines Sonarsystems genau verfolgt wird. Die Unterwasserbeobachtung der posthumanen Fische, des Wassers, der Vegetation oder des Grundes ist eine chaotische Kombination aus sensorischer Ethnographie und Multispezies-Ethnographie. Ich bezeichne diese neuartige Methode als Sonar-o-Graphie. Sonar-o-Graphie stützt sich auf eine Kombination der Praxistheorie, die die Bedeutung von Mobilität, Körper und Sinnen betont. Sie erkennt auch die beteiligte Handlungsfähigkeit der Posthumanen (z. B. Fische, Sonar) in den verfolgten Praktiken an. Dies ist eine empirische Studie von zwei Sportfischmodi: Trolling und Casting. Die Trolling-Daten wurden durch die erweiterten sensorischen ethnographischen Feldforschungen des Schreibers gesammelt. Die Casting-Daten bestehen aus Interviews mit Enthusiasten und eigenen Sonar-verbundenen Videos. Diese Studie wendet narrative Analyse und epi-reading des Visuellen an. Ähnlich wie Photovoice bietet Sonar-o-Graphie ein visuelles Mittel zur Erforschung der verkörperten Dimensionen der menschlich-tierspezifischen Verflechtung. Das Sonar ermöglicht es dem Ethnographen, die Wasserbedingungen zu „sehen“ und „berührt zu werden“ sowie die körperlichen Mikrobewegungen und Aktionen der Fische zu „fühlen“. Das Sonar bietet zusammen mit Wasser Möglichkeiten für die Kommunikation zwischen Mensch und Tier durch sensorisch reichhaltige Körpersprache. Das Ziel ist es, eine sensorische Verbindung und ein verkörpertes Verständnis zwischen den untersuchten Fischen und dem Menschen zu schaffen.
Vesa; id_orcid 0000-0002-1106-4830 Markuksela (Fri,) untersuchte diese Frage.