Jüngste Misserfolge bei der Vorhersage folgenreicher politischer Entwicklungen offenbaren analytische Blindstellen in der westlichen Sicherheitsanalyse. Sowohl bei interstate-Konflikten als auch bei innerstaatlichen politischen Veränderungen wurden die Rolle psychologischer, ideologischer und emotionaler Triebfedern politischen Verhaltens wiederholt unterschätzt. Da autoritäres staatliches Verhalten und autoritärer Populismus grundlegende psychologische Mechanismen teilen, bietet die Untersuchung beider Bereiche erheblichen Wert für die Sicherheitsanalyse. Diese Arbeit konzentriert sich auf autoritären Populismus und untersucht, wie kollektiver Narzissmus und Ethnozentrismus in der politischen Rhetorik von Donald Trump zum Ausdruck kommen. Hierfür wurde eine gerichtete qualitative Inhaltsanalyse von acht wichtigen Reden (2016–2025) durchgeführt. Die Ergebnisse identifizieren ein konsistentes Muster kollektiven Narzissmus, das sich um kollektive Demütigung, Elitenverrat und versprochene Wiederherstellung organisiert, wobei normverletzendes Verhalten und Aggression in eskalierenden Momenten auftreten. Ethnozentrismus zeigt sich selektiver, verstärkt jedoch zuverlässig kollektiven Narzissmus in Bereichen wie Einwanderung, Kriminalität und wirtschaftlicher Ausbeutung. Die Ergebnisse liefern psychologische Mikrofundamente zum Verständnis autoritär-populistischer Mobilisierung, skizzieren Richtungen für zukünftige Forschung und bieten einen analytischen Rahmen für Frühwarnanalysen demokratiewidriger Entwicklungen, Allianzvolatilität und Konfliktrisiken. Durch die Integration politischer Psychologie in die Strategische Analyse leistet diese Studie einen Beitrag sowohl zur politischen Psychologie als auch zu Kriegsstudien.
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André Zeidlitz
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André Zeidlitz (Thu,) hat diese Fragestellung untersucht.