Dieser Artikel untersucht die avantgardistische Neuformulierung der Dichotomie Natur–Kultur. Im avantgardistischen Diskurs entwickelt sich die traditionelle Opposition zwischen dem Organischen und dem Mechanischen – und in der Folge zwischen dem Körper und der Maschine – zu einer spezifischen dialektischen Form basierend auf dem Prinzip der Nebeneinanderstellung in Identität. In diesem Rahmen gerät eine Metaphysik der Körperlichkeit in Konflikt mit einem instrumentalistischen Verständnis des Organischen. Die Analyse identifiziert eine bedeutende konzeptuelle Verschiebung in den 1920er Jahren: Der Begriff des Körpers wird durch den des Organismus ersetzt, der anschließend in die Maschine transfiguriert wird. Mit Fokus auf die russische Malerei von den 1910er bis zu den frühen 1930er Jahren verwendet diese Studie eine vergleichende und typologische Methodologie. Sie analysiert Werke von Mikhail Larionov, Mikhail Matyushin und Pavel Filonov in Bezug auf die von Konstantin Redko und ordnet diese Analyse in einen weiteren kunsthistorischen und intellektuellen Kontext ein. Die Forschung verfolgt und veranschaulicht einen entscheidenden Übergang in der bildenden Kunst: den Wandel von der frühen avantgardistischen Mythopoetik der Maschine–Mensch zum Konstrukt des Mensch–Maschine der späten 1920er Jahre, wie es in der Biomechanik und Gestenforschung theoretisiert wurde. Der Artikel stellt die Elektrizität als zentrales malerisches Motiv in den Vordergrund und argumentiert, dass sie als kraftvolles visuelles und konzeptuelles Medium diente, um das Organische mit dem Mechanischen sowie das Mythologische mit dem Ideologischen zu synthetisieren. Letztendlich postuliert er, dass die innere soziale Logik dieses ästhetischen Wandels zur Formation des totalitären Volkskörpers im stalinistischen Russland beitrug.
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Nataliya Zlydneva
Arts
Institute of Slavic Studies
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Nataliya Zlydneva (Di,) hat diese Fragestellung untersucht.
www.synapsesocial.com/papers/69a91d7cd6127c7a504c056f — DOI: https://doi.org/10.3390/arts15030049
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