In dieser Abhandlung wird diachron untersucht, wie das koreanische Wort „뇌(煙)“, das ursprünglich 'Rauch' bedeutete, in die Bedeutung von 'Geruch' als „내(臭)“ überging. Die Analyse mittelalterlicher koreanischer Quellen zeigt, dass im 15. und 16. Jahrhundert „뇌“ und „내“ in Form und Bedeutung relativ strikt unterschieden wurden, was auch durch die Entsprechung zu chinesischen Originaltexten deutlich wird. Ab dem 17. Jahrhundert beginnt diese Unterscheidung allmählich zu schwinden, und im 18. Jahrhundert treten erste Fälle der Vermischung von „뇌“ und „내“ deutlich hervor. Die Untersuchung identifiziert vier Hauptfaktoren für diesen Bedeutungswandel: Erstens der Verlust phonologischer Unterscheidungen durch die Nasalisierung des ‚ㆍ‘, zweitens die semantische Ähnlichkeit, da sowohl ‚Rauch‘ als auch ‚Geruch‘ eng mit dem Geruchssinn verbunden sind, drittens die Flüchtigkeit von Smoke, die zu einem Missverständnis als Smell führen kann, und viertens die Existenz zahlreicher Lexeme mit der Form ’X내(臭)’, wodurch „뇌(煙)“ fälschlich als „내(臭)“ verstanden werden konnte. Durch das Zusammenwirken dieser vier Faktoren wurde „뇌“, das ursprünglich ‚Rauch‘ bedeutete, allmählich in den Bedeutungsbereich von ‚Geruch‘ absorbiert und verlor dadurch seine unabhängige lexikalische Stellung. Zudem wird gezeigt, dass der Bedeutungsbereich von Smoke, den „뇌“ innehatte, später durch das Sino-koreanische Wort „연기(煙氣)“ ersetzt wurde, wie Wörterbücher und Lexikonsdaten belegen. Einige Ausdrücke und Dialektformen, wie „냇내“, bewahren jedoch teilweise noch Spuren von „뇌(煙)“. Die Diskussion dieser Studie ist bedeutsam, da sie konkret aufzeigt, wie phonologische und semantische Veränderungen interagieren und so die lexikalische Struktur neu gestalten.
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Sungwoo Lee
Korean Linguistics
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Sungwoo Lee (Sa.) untersuchte diese Fragestellung.
www.synapsesocial.com/papers/69b4ada918185d8a398014e3 — DOI: https://doi.org/10.20405/kl.2026.02.110.165