Energiesicherheit ist zu einem dominanten Ordnungsprinzip der Energiepolitik geworden, doch es gibt kein klares Kriterium dafür, wann die Darstellung von Energiefragen als Sicherheitsangelegenheiten gerechtfertigt ist. Dieses Perspektive basiert auf der Versicherheitlichungstheorie, die „Sicherheit“ nicht als beschreibendes Etikett, sondern als einen Rahmungsprozess versteht, durch den Akteure ein Thema als existentielle Bedrohung darstellen und so außergewöhnliche Maßnahmen legitimieren. Es wird argumentiert, dass die Versicherheitlichung der Energie nur dann normativ verteidigbar ist, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind, die sich aus den Kerneffekten der Versicherheitlichung ableiten lassen: (1) Zeitkritikalität: Die Situation erfordert sofortiges Eingreifen, um großen Schaden zu verhindern; und (2) Governance-Passung: Bestehende Institutionen können das Problem innerhalb ihrer gewöhnlichen Mandate und Zeiträume nicht angemessen adressieren. Durch die Kombination dieser Dimensionen entwickelt der Artikel eine zweidimensionale Taxonomie, die zwischen Routine-Risiken, strukturellen Verwundbarkeiten, operationellen Störungen und akuten Notfällen unterscheidet. Diese Taxonomie bietet politischen Entscheidungsträgern und Analysten ein praktisches Raster zur Bewertung, wann eine Sicherheitsrahmung angemessen ist und wann sie die Energie-Governance verzerren könnte. Durch die Verlagerung der Debatte von der Definition der Energiesicherheit hin zur Bewertung ihrer gerechtfertigten Verwendung bietet dieses Perspektive ein konzeptionelles Instrument, um die Sicherheitssprache zu disziplinieren und analytische sowie politische Klarheit in der Energie-Governance zu verbessern.
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Alexander Sicheneder
Energy Research & Social Science
Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie
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Alexander Sicheneder (Mon,) hat diese Fragestellung untersucht.
www.synapsesocial.com/papers/69ba420a4e9516ffd37a1e0a — DOI: https://doi.org/10.1016/j.erss.2026.104643
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