Das Verständnis, wie kognitive Prozesse Informationen in Interpretationen, Entscheidungen und Handlungen umwandeln, bleibt ein zentrales Problem der kognitiven Wissenschaft. Während viele bestehende Modelle Kognition in Bezug auf Merkmale, Funktionen oder repräsentationale Strukturen beschreiben, modellieren weniger Frameworks explizit die strukturellen Pfade, durch die kognitive Signale während des Denkens propagieren. Dieses Papier stellt das Ontology–Process–Trajectory (OPT)-Modell vor, ein pfad-basiertes Framework, das Kognition als dynamisches System konzeptualisiert, das signalerzeugende Quellen und Stabilisierungsmekanismen verbindet. Innerhalb dieses Frameworks entsteht kognitive Aktivität durch die Propagation von Signalen zwischen zwei funktionalen Ebenen: generativen Quellen, die kognitive Signale erzeugen, und Stabilisierungssenken, die diese Signale in kohärente Interpretationen, Urteile oder Handlungen auflösen. Das Modell identifiziert vier Quellprozesse – interne Abstraktion, externe Abstraktion, interne Repräsentation und externe Repräsentation – sowie vier Stabilisierungsmethoden, die interner Konstruktion, externer Konstruktion, interner Erkennung und externer Erkennung entsprechen. Denkprozesse werden als Pfade dargestellt, die einen Quellmechanismus mit einem Stabilisierungsmethoden verbinden. Verschiedene Pfadkonfigurationen entsprechen folglich unterschiedlichen Modi der kognitiven Verarbeitung und Verhaltensstabilisierung. Um die empirische Umsetzbarkeit dieses Frameworks zu erforschen, wurde ein Pilotfragebogen entwickelt, der Pfadaktivierungstendenzen bei Individuen schätzt. Daten von fünfundvierzig Teilnehmern wurden analysiert, um zwei Ebenen der Pfadorganisation zu vergleichen: Betriebspfade, die Verhaltensstabilisierung während der Ausführung von Aufgaben beschreiben, und Bewertungswege, die evaluative Stabilisierung während Werturteilen beschreiben. Vorläufige Ergebnisse zeigen systematische Unterschiede zwischen diesen zwei Ebenen. Betriebliches Antworten waren häufiger mit externen Konstruktionspfaden verbunden, während Bewertungsantworten stärkere Verbindungen zu internen Konstruktionsmechanismen zeigten. Diese Ergebnisse legen nahe, dass kognitive Variabilität besser als Unterschiede in Pfadaktivierungsmustern als als Unterschiede in statischen kognitiven Merkmalen beschrieben werden kann. Insgesamt liefern die Ergebnisse eine erste methodische Demonstration, dass pfad-basierte kognitive Strukturen mittels strukturierter Rangfolgenaufgaben operationalisiert werden können. Das OPT-Framework bietet somit eine neue Perspektive für die Modellierung, wie kognitive Signale während des Denkprozesses geleitet und stabilisiert werden.
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Eve Liu (Tue,) untersuchte diese Fragestellung.
www.synapsesocial.com/papers/69bb92ae496e729e629802f1 — DOI: https://doi.org/10.5281/zenodo.19074966
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Eve Liu
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