Hintergrund Die gruppenbasierte Metakognitive Therapie (gMCT) hat bei Angststörungen vielversprechende Ergebnisse gezeigt, doch speziell auf Studierende ausgerichtete Forschung ist begrenzt. Durch die Bearbeitung maladaptiver Metakognitionen zielt gMCT darauf ab, Kernsymptome wie Angst, übermäßige Sorgen und Grübeln zu reduzieren. Weitere Forschung an Universitäten ist erforderlich, um zu klären, ob gMCT erfolgreich bei Studierenden angewendet werden kann. Methode: Wir untersuchten die Machbarkeit und evaluierten einen gMCT-Behandlungskurs mit einem unkontrollierten Prä-Post-Design und einer 3-monatigen Booster-Nachuntersuchung. Das Design spiegelt das verfügbare Datenmaterial und die Grenzen der realen klinischen Umgebung wider. Teilnehmende waren Studierende mit einem Wert >=10 im GAD-7 oder mit diagnostizierten Angststörungen, darunter generalisierte Angststörung (GAD), soziale Angststörung (SAD) und Panikstörung (PD). Patienten mit zusätzlichen Erkrankungen, die alternative Interventionen/Therapien erforderten, wurden ausgeschlossen und waren für diese Studie nicht geeignet. Das generische MCT-Behandlungsmodell wurde im Rahmen der Routinenversorgung von Therapeut*innen der Oslo Student Welfare Organization (SiO Helse) mit entsprechender MCT-Ausbildung durchgeführt. Daten wurden vor der Behandlung, nach der Behandlung und bei den Booster-Nachuntersuchungen erhoben. Die Machbarkeit wurde anhand von Teilnahme, Abbruchraten und Anzahl der Abschlüsse bewertet. Fehlende Daten wurden mittels Mehrebenenmodellierung und Mittelwertimputation auf Item-Ebene behandelt. Der primäre Endpunkt war GAD-7, depressive Symptome (sekundärer Endpunkt) mit dem PHQ-9. Sorgen und metakognitive Überzeugungen wurden erfasst. Analysen umfassten gepaarte t-Tests, Analyse klinisch signifikanter Veränderungen sowie Mehrebenenmodellierung zur Bewertung von Veränderungen über die Zeit. Ergebnisse Die Therapietreue war hoch, Teilnehmende besuchten durchschnittlich 7,1 von 8 Sitzungen. Signifikante Reduktionen zeigten sich über alle Maße von Vor- zu Nachmessung, mit großen Effektstärken für den primären Endpunkt (GAD-7), sowie für Sorgen (CAS-1), negative Metakognitionen (MCQ-30) und depressive Symptome (PHQ-9). Diese Verbesserungen blieben auch 3 Monate nach dem Booster erhalten. Schlussfolgerung gMCT ist machbar für die Behandlung von Studierenden mit Angstsymptomen und depressiven Symptomen. Insgesamt verbesserten oder erholten sich 77,3 % der Teilnehmenden nach der Nachmessung. Die Ergebnisse sind aufgrund des Einzelstandorts, der geringen Patientenzahlen und des kurzen Nachbeobachtungszeitraums vorsichtig zu interpretieren, deuten aber darauf hin, dass andere Studierendenwerke von der Implementierung von gMCT zur Behandlung angst- und sorgebezogener Probleme bei Studierenden profitieren könnten.
Jørgensen et al. (Thu,) untersuchten diese Fragestellung.