Hintergrund/Zielsetzung: Geschlechtsbedingte Unterschiede bei Krebsergebnissen haben in der Frauenforschung zunehmend an Bedeutung gewonnen. Wir untersuchten die Beziehung zwischen Geschlecht und Gesamtüberleben (OS) bei Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC), mit besonderem Fokus auf den bei Frauen über verschiedene klinische Stadien und Behandlungskontexte beobachteten Überlebensvorteil. Geschlechtsbezogene Unterschiede in Krebsergebnissen sind ein wichtiger Fokus in der Onkologie und Frauenheilkunde. Diese Studie zielte darauf ab, den Zusammenhang zwischen Geschlecht und Gesamtüberleben (OS) bei Patienten mit NSCLC zu untersuchen, unter besonderer Berücksichtigung des beobachteten Überlebensvorteils bei Frauen in verschiedenen klinischen Stadien und Behandlungskontexten. Methoden: Insgesamt wurden 129.864 Patienten mit NSCLC identifiziert, darunter 78.460 Männer und 51.404 Frauen. Demografische Merkmale, sozioökonomischer Status, Tumoreigenschaften, Behandlungsmodalitäten und Überlebensdaten wurden geschlechtsspezifisch verglichen. Kaplan–Meier-Überlebensanalysen und stadiumspezifische Cox-Regressionsmodelle wurden verwendet, um Unterschiede im Gesamtüberleben zwischen weiblichen und männlichen Patienten zu bewerten. Ergebnisse: Frauen zeigten ein signifikant besseres Gesamtüberleben als Männer in allen NSCLC-Stadien (alle p < 0,001). Dieser Überlebensvorteil bestand unabhängig von einer Chemotherapiebehandlung fort. Unter Patienten, die eine Chemotherapie erhielten, wurden Überlebensverbesserungen bei beiden Geschlechtern beobachtet; jedoch wiesen Frauen konsistent längere mediane OS-Werte in jedem Stadium auf. Von Stadium IB bis IV betrug das mediane OS bei Frauen 52,0, 30,0, 13,0 bzw. 5,0 Monate im Vergleich zu 33,0, 23,0, 11,0 bzw. 4,0 Monaten bei Männern. Bemerkenswert war, dass sich die Ausprägung der geschlechtsbezogenen Überlebensunterschiede in früheren Stadien (IB/II) deutlicher zeigte als in fortgeschrittenen Stadien (III/IV), was auf mögliche biologische oder behandlungsbedingte Unterschiede zugunsten der Frauen hindeutet. Altersstratifizierte Analysen zeigten weiterhin, dass Frauen über 45 Jahre in allen Stadien einen konsistenten Überlebensvorteil aufwiesen. Die multivariate Cox-Regression bestätigte, dass weibliches Geschlecht unabhängig mit einem reduzierten Mortalitätsrisiko in jedem Stadium assoziiert war (HRs von 0,766 bis 0,857; alle p < 0,001). Schlussfolgerungen: Frauen mit NSCLC zeigen über klinische Stadien hinweg einen signifikanten und unabhängigen Überlebensvorteil gegenüber Männern, unabhängig vom Chemotherapiestatus, insbesondere bei Patienten über 45 Jahre. Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der Berücksichtigung des Geschlechts bei der prognostischen Bewertung und unterstützen weitere Untersuchungen zu Faktoren, die zu Überlebensunterschieden bei NSCLC beitragen.
Li et al. (Tue,) untersuchten diese Fragestellung.