Der mereologische Anti-Realisme leugnet die intrinsische Realität sowohl von zusammengesetzten Ganzheiten als auch von deren Bestandteilen. Dieses Papier analysiert die vom sino-parthischen Gelehrtenmönch Jizang 吉藏 (549–623 n. Chr.) entwickelte Argumentation des mereologischen Anti-Realisme, die auf die mereologisch-realistischen Lehren der brāhmanischen Vaiśeṣika-Tradition in seiner wenig erforschten Exegese über den Mittelweg (Zhongguan lun shu 中觀論疏) und Exegese über die Hundert Verse (Bailun shu 百論疏) abzielt. Durch das Gegenbalancieren von Jizangs Kritiken mit der mereologisch-realistischen Lehre der Vaiśeṣika auf ihren eigenen Bedingungen bewertet dieses Papier kritisch die Tragfähigkeit und Kohärenz von Jizangs Argumenten, dass es keine Entitäten gibt, die mereologische Beziehungen oder Eigenschaften instanziieren. Eine Untersuchung von Jizangs Kritik am Vaiśeṣika mereologischen Realismus bringt ans Licht, wie die madhyamaka-buddhistische Lehre metaphysischen Nihilismus vermeidet, indem sie erklärt, wie sowohl Ganzheiten als auch Teile kausale Wirksamkeit besitzen können, ohne dass ihnen eine intrinsische Realität an sich selbst zugeschrieben wird.
Ernest Billings Brewster (Tue,) hat diese Frage untersucht.