• Explorative Genomanalyse identifizierte 212 potenzielle Varianten von Interesse • Random-Forest-Klassifikation trennte Gruppen mit höherer und niedrigerer psychischer Erfahrung • Stärkstes Signal rs10410488 wurde ARHGEF18 zugeordnet, verbunden mit dendritischem Wachstum • Ergebnisse hoben Calcium-Signalisierung und neuroentwicklungsbedingte Pfade hervor • Resultate sind vorläufig und sollen zukünftige Hypothesentests leiten Psychische Erfahrungen werden kulturenübergreifend häufig berichtet, doch bleiben ihre möglichen biologischen Grundlagen weitgehend unverstanden. Umfrageforschung legt nahe, dass solche Erfahrungen familiär gehäuft auftreten können, was auf genetische Beiträge hinweist. Diese Studie untersuchte Zusammenhänge zwischen genomischer Variation und selbstberichteten psychischen Erfahrungen. Die Teilnehmenden (N = 102) waren englischsprachige Erwachsene mit mindestens einer psychischen Erfahrung und einem Zugang zu Direct-to-Consumer-Genetikwerten. Selbstberichtete Maße erfassten psychische Erfahrungen, paranormale Überzeugungen, psychische Gesundheit und Persönlichkeit. Rohdaten der genetischen Microarrays wurden standardisiert, qualitätskontrolliert und mit einem Random-Forest-Klassifikator analysiert, um Teilnehmende mit niedrigen versus hohen psychischen Erfahrungswerten zu unterscheiden. Die Bedeutung der Merkmale wurde mittels permutationsbasierter Out-of-Bag-Fehler bewertet, mit p-Werten geschätzt aus 200.000 Zufallspermutationen und korrigiert mittels Falschentdeckungsrate (FDR). Die Stichprobe bestand überwiegend aus gebildeten kaukasischen Frauen aus den USA, die hohe paranormale Überzeugungen und moderate psychische Erfahrungen berichteten. Die meisten ersten Erfahrungen traten vor dem 24. Lebensjahr auf, und 82 % gaben an, Familienmitglieder mit ähnlichen Erfahrungen zu haben. Die Genomanalyse identifizierte 212 single-nucleotide Polymorphismen signifikant assoziiert mit psychischen Erfahrungswerten (FDR < 0,05). Die stärkste Assoziation zeigte rs10410488, das auf ARHGEF18 abgebildet wird, ein Gen, das am calciumabhängigen dendritischen Wachstum beteiligt ist. Weitere signifikante RSIDs wurden Genen zugeordnet, die in Calcium-Signalisierung, Gehirnstruktur, Mikrotubulus-Dynamik, Östrogenwegen und Retinsäuresignalisierung eine Rolle spielen. Diese explorative Studie identifizierte potenzielle genetische Varianten, die mit selbstberichten psychischen Erfahrungen assoziiert sind, doch sollten diese Befunde als vorläufig betrachtet werden. Zukünftige Forschung mit größeren, vielfältigeren Kohorten und verfeinerten Analysemethoden wird entscheidend sein, um die genetischen und neurobiologischen Grundlagen psychischer Phänomene zu klären.
Wahbeh et al. (Wed,) untersuchten diese Fragestellung.