Migrationserkrankte Kinder und junge Menschen (CYP) mit Sichelzellanämie (SCD) im Vereinigten Königreich sehen sich fortwährenden, sich überschneidenden Barrieren im Zugang zur Versorgung gegenüber. Während bestehende Forschung diese Barrieren oft kartiert, ist weniger darüber bekannt, wie Dienstleister diese in der Praxis navigieren. Diese Studie stützt sich auf Trontos Ethik des Fürsorgens Framework (1993; 2013), um zu untersuchen, wie Gesundheitsfachkräfte und Mitarbeitende von Organisationen des dritten Sektors Fürsorge für migrierte CYP mit SCD innerhalb eines fragmentierten und ungleichen Gesundheitssystems ausüben. Wir führten halbstrukturierte Interviews mit 23 Dienstanbietern durch, bestehend aus 14 Gesundheitsfachkräften und 9 Mitarbeitenden des dritten Sektors. Die Daten wurden mittels konstruktivistischer Grounded Theory analysiert, co-produziert mit Beratern aus Public and Patient Involvement. Mithilfe von Trontos fünf Phasen der Fürsorge – caring about, caring for, care giving, care-receiving und caring with – untersuchten wir, wie Dienstanbieter die Bedarfsidentifikation, Übernahme von Verantwortung, Navigation praktischer und institutioneller Herausforderungen, Reaktion auf Feedback sowie Schaffung von Solidarität trotz systemischer Beschränkungen beschrieben. Unsere Ergebnisse heben die informelle, relationale und moralische Arbeit hervor, die Dienstanbieter leisten, um Versorgungslücken zu überbrücken. Diese Arbeit ist geprägt von Empathie und Advocacy wird jedoch häufig nicht von formalen Strukturen unterstützt. Während Dienstanbieter anerkannten, dass Fürsorge ein geteilter, gesellschaftlich geprägter Prozess sein sollte, war es für sie oft schwierig, dies in fragmentierten Systemen umzusetzen, was die Pflege prekär, ad hoc und emotional belastend macht. Dies unterstreicht die Grenzen relationaler Fürsorge ohne systemische Unterstützung. Wir argumentieren, dass Trontos Framework zwar eine wertvolle Linse zum Verständnis alltäglicher Ethik bietet, nachhaltige und gerechte Fürsorge für migrierte CYP mit SCD aber systemische Veränderungen erfordert, welche die Fürsorge als kollektive, institutionelle Verantwortung verankern. • Erforscht Fürsorge für migrierte CYP mit SCD anhand von Trontos Ethik des Fürsorgens Framework • Zeigt, wie Dienstanbieter über formale NHS-Rollen hinaus Familien unterstützen • Identifiziert Lücken zwischen persönlichem Fürsorgeaufwand und systemischen Gesundheitsstrukturen • Betont emotionale und strukturelle Kosten der diskretionären, relationalen Fürsorge • Fordert gerechtigkeitsbasierte Fürsorge über gesetzliche und dritte Sektor Systeme hinweg ein.
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Brenda Agyeiwaa Poku
Natasha Nicholls
Alison Pilnick
Social Science & Medicine
University of Nottingham
University of York
Manchester Metropolitan University
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Poku et al. (Wed,) untersuchten diese Fragestellung.
www.synapsesocial.com/papers/69d895046c1944d70ce05f48 — DOI: https://doi.org/10.1016/j.socscimed.2026.119268