Das 21. Jahrhundert hat einen Paradigmenwechsel in der Art und Weise, wie Staaten regiert werden, erlebt. Menschliche Entscheidungsfindung und administrative Ermessensspielräume werden zunehmend durch komplexe mathematische Prozesse und automatisierte Systeme ersetzt, die gemeinsam als 'algorithmische Governance' bezeichnet werden. Dieses Papier bietet eine kritische Analyse dieses digitalen Übergangs durch die Linse klassischer und zeitgenössischer politischer Theorien. Der Schwerpunkt dieser Forschung ist die aufkommende Krise der 'politischen Verpflichtung'. In einem System, in dem der Staat zunehmend auf datengetriebene Legitimität anstelle der direkten, freiwilligen Zustimmung seiner Bürger angewiesen ist, steht der traditionelle Gesellschaftsvertrag vor einem beispiellosen Zusammenbruch. Durch die Synthese von John Lockes Theorie des Gesellschaftsvertrags, John Rawls’ Prinzipien der Gerechtigkeit als Fairness und Michel Foucaults Konzept der Biopolitik/Überwachung untersucht diese Studie die ausschließenden Mechanismen innerhalb der E-Governance-Infrastruktur Indiens, insbesondere die Systeme Aadhaar und Digitaler Rationausweis. Die Forschung identifiziert, dass technische Mängel, die oft als bloße 'Ausschlussfehler' abgetan werden, in Wirklichkeit fundamentale verfassungsrechtliche Mängel darstellen, die die Rechte marginalisierter Bevölkerungsgruppen gefährden. Das Papier schließt mit der Forderung nach einem 'menschenzentrierten' digitalen Governance-Modell, das die verfassungsrechtliche Verantwortlichkeit wiederherstellt, und warnt, dass ein Versäumnis in dieser Hinsicht zu einem autoritären 'Digitalen Leviathan' führen wird.
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Chameli Khatun
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Chameli Khatun (Di.) hat diese Frage untersucht.
www.synapsesocial.com/papers/69d895486c1944d70ce06453 — DOI: https://doi.org/10.5281/zenodo.19453520