Onkologie-Kliniker beginnen ihre Tätigkeit oft mit einer starken Leidenschaft, die in Neugier, Dienstbereitschaft und frühen prägenden Erfahrungen verwurzelt ist. Im Laufe der Zeit wird diese Leidenschaft jedoch durch zunehmende klinische Komplexität, administrative Belastungen, Personalmangel sowie konkurrierende persönliche und organisatorische Anforderungen auf die Probe gestellt. Evidenzhafte Studien verbinden diese Belastungen konsequent mit moralischem Stress, Burnout und Fluktuation, was sowohl das Wohlbefinden der Kliniker als auch die Qualität der Krebsversorgung gefährdet. Dieses Kapitel untersucht den aktuellen Stand des Wohlbefindens im onkologischen Personal und beleuchtet, wie eine nachhaltige Ausrichtung an Werten und Sinnhaftigkeit frühe Leidenschaft in langfristige berufliche Ausdauer verwandeln kann. Basierend auf Literatur aus Onkologie, Organisationspsychologie und Verhaltenswissenschaften sieht diese Arbeit Wohlbefinden als eine dynamische Interaktion zwischen Individuen, Teams und Systemen. Das Kapitel führt außerdem zeitgenössische Konzepte ein, darunter wertorientierte Praxis, harmonische versus obsessive Leidenschaft, Advocacy als spirituelle und sinnzentrierte Tätigkeit sowie persönliches Wachstum durch das Annehmen von Unbehagen. Praktische, evidenzbasierte Interventionen auf individueller, Team-, Organisations- und Systemebene werden vorgestellt, mit Schwerpunkt auf psychologischer Flexibilität, Codesign, unterstützenden Systemen und kontinuierlicher Qualitätsverbesserung. Ein dreistufiges Implementierungsmodell wird vorgeschlagen, um Verantwortlichkeiten zu klären und die Überlastung individueller Resilienz zu reduzieren. Letztlich zeigt dieses Kapitel, dass Leidenschaft zwar eine Karriere entzünden kann, es jedoch Sinn, Werteausrichtung und unterstützende Kulturen sind, die Kliniker langfristig tragen – das Wohlbefinden schützen und eine mitfühlende, zukunftsorientierte onkologische Belegschaft erhalten.
Sabesan et al. (Sun,) untersuchten diese Fragestellung.