Bei vielen Arten vermitteln chemosensorische Signale wichtige Informationen über den Fortpflanzungsstatus, doch ihre Rolle bei der Gestaltung sozialer Interaktionen unter Frauen ist weniger verstanden. Hier kombinierten wir funktionelle Neuroimaging-Verfahren mit Verhaltensmessungen, um zu prüfen, wie Chemosignale von Frauen in verschiedenen reproduktiven Stadien – Menstruation, Ovulation (OV) und Frühschwangerschaft (PRG) – die soziale Wahrnehmung bei weiblichen Empfängerinnen im Verlauf ihres eigenen Menstruationszyklus beeinflussen. Spenderinnen der Chemosignale wurden hinsichtlich ihres Zyklusphasenstadiums (n = 59) und Schwangerschaftsstatus (n = 36) gescreent und verfolgt. Teilnehmerinnen für funktionelle MRT (n = 33) absolvierten ein einfach-blindes Within-Subject-Crossover-Design mit zwei Sitzungen, eine während der Menstruation und eine während der Ovulation. Die Teilnehmerinnen bewerteten Attraktivität, erwünschte Nähe und Schwangerschaftsstatus standardisierter weiblicher Gesichter, während sie unbewusst den axillären Chemosignalen ausgesetzt waren. Die neuroimaging-Analysen zeigten, dass OV-Chemosignale eine stärkere Aktivierung in frontalen, parietalen, temporalen und subkortikalen Regionen hervorriefen, einschließlich der temporoparietalen Verbindung, Insula, Hippocampus, Hypothalamus und Basalganglien. PRG-Chemosignale waren mit stärker begrenzten Reaktionen verbunden, insbesondere in präfrontalen und cingulären Arealen. Diese Effekte wurden durch die eigene Zyklusphase der Empfängerin moduliert, wobei während der Ovulation breitere Netzwerke aktiviert wurden als während der Menstruation. Verhaltensmäßig hielten die Teilnehmerinnen einen größeren Abstand zu mit PRG assoziierten Gesichtern, näherten sich diesen jedoch während der eigenen Ovulation enger an. Attraktivitätsbewertungen und Schwangerschaftskategorisierungen blieben von der chemosensorischen Bedingung oder der Zyklusphase unbeeinflusst. Insgesamt zeigen diese Ergebnisse, dass subtile chemosensorische Signale die soziale Kognition bei Frauen zyklusabhängig beeinflussen und einen adaptiven Mechanismus darstellen, durch den chemosensorische Hinweise Konkurrenz, Wachsamkeit und Bindung lenken, ohne notwendigerweise explizite Urteile zu verändern.
Nehls et al. (Wed,) untersuchten diese Fragestellung.