Zusammenfassung Patientendarstellung (Altersbereich, Verletzungsdetails, relevante Vorgeschichte) Ein 45-jähriger Mann mit Diabetes, schwerer Neuropathie, chronischer Nierenerkrankung und zuvorem Nieren-Pankreas-Transplantat unter Immunsuppression präsentierte sich mit einer 1,5 % TBSA plantarer Vollschichtverbrennung durch längeren Heizkontakt. Die Untersuchung zeigte ledrigen Schorf, Nekrose, fehlenden PT-Puls sowie vaskuläre und neuropathische Hautveränderungen. Klinische Herausforderungen Die Rekonstruktion wurde durch die Traglastanforderungen der plantaren Fläche, die Freilegung der Plantarfaszie und schwere Begleiterkrankungen erschwert. Diabetes, CKD, Neuropathie, Immunsuppression und periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) beeinträchtigten die Heilungsfähigkeit und Perfusion. Zur Optimierung des Wundgrundes und Förderung der günstigen Integration dermaler Matrizes und Spalthauttransplantate (STSG) wurden Hilfsmittel wie hyperbare Sauerstofftherapie (HBOT) und Unterdruck-Wundtherapie (NPWT) eingesetzt, um in diesem Hochrisikoszenario eine Salvage-Behandlung zu unterstützen. Management-Ansatz Ein gestufter Ansatz kombinierte Exzision, Allograft, Angioplastie, dermale Substitutionsmatrizes, NPWT und HBOT. Der Allograft konditionierte den Wundgrund; Angioplastie stellte die Perfusion wieder her; Biodegradable Temporizing Matrix (BTM) und anschließend kollagen-elastische Wundmatrix adressierten die freiliegende Plantarfaszie und Knochen. NPWT und HBOT verbesserten die dermale Regeneration, ermöglichten eine finale STSG mit stabilem Anwachsen, minimierten Morbidität und erhielten die Funktion. Ergebnisse Die gestufte Rekonstruktion mit Angioplastie, dermalen Matrizes, NPWT und STSG erreichte einen dauerhaften Verschluss. An Stellen, an denen sich BTM nicht günstig integrierte, geschätzt 15 % der applizierten Fläche, wurde kollagen-elastische Wundmatrix mit NPWT eingesetzt, um die Entwicklung eines optimierten Wundgrundes zeitnah zu fördern. Die STSG zeigte 90 % Anwachsen nach 1 Monat mit vollständigem Verschluss, Erhalt der plantaren Kontur, verbesserter Funktion und Vermeidung eines Lappens oder Amputation. Erkenntnisse Die gestufte multimodale Rekonstruktion war bei dieser komplexen Plantarwunde erforderlich. Die sequenzielle Anwendung von Allograft, BTM, kollagen-elastischer Wundmatrix, NPWT und Angioplastie ermöglichte den Verschluss. Die wichtigste Erkenntnis aus diesem Fall ist, dass dermale Substitutionsmatrizes komplementär und nicht austauschbar sind. Es ist essenziell, über die Stärken und Limitierungen jeder dermalen Substitutionsmatrix für eine erfolgreiche Rekonstruktion informiert zu sein. Relevanz für die Praxis Dieser Ansatz ist breit anwendbar bei Hochrisikowunden bei Patienten mit schweren Begleiterkrankungen. Frühe vaskuläre Diagnostik, kombinierte Anwendung dermaler Substituten sowie Hilfsmittel wie NPWT/HBOT erweitern die Salvage-Optionen bei Patienten mit ungünstiger Prognose.
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Sanders et al. (Sun,) untersuchten diese Fragestellung.
www.synapsesocial.com/papers/69d895be6c1944d70ce06de6 — DOI: https://doi.org/10.1093/jbcr/irag033.192
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