Zusammenfassung Einführung Die Nikotinzufuhr aus nicht-tabakbedingten Produkten (z. B. E-Zigaretten, Pflastern, Beuteln, Kaugummis, Lutschpastillen und oralen Sprays) nimmt zunehmend zu. Während Zigaretten und Tabakprodukte als Risikofaktoren für eine beeinträchtigte Wundheilung bekannt sind, sind die isolierten Effekte der nicht-tabakbedingten Nikotinabhängigkeit (NTND) auf die Erholung nach Verbrennungen unklar. Die vorliegende Studie untersuchte die Auswirkungen von NTND auf kurz- und langfristige Komplikationen nach Verbrennungsverletzungen. Methoden Es wurde eine retrospektive Kohortenanalyse über das United States Collaborative Network auf TriNetX, einer föderierten Datenbank, durchgeführt. Erwachsene Verbrennungsopfer (18+ Jahre) mit NTND wurden mit Verbrennungsopfern ohne Nikotinabhängigkeit verglichen. Patienten mit dokumentierter Vorgeschichte von Zigarettenrauchen oder Tabakproduktnutzung wurden ausgeschlossen. Es erfolgte ein Propensity Score Matching (1:1) hinsichtlich Demografie, Body-Mass-Index, Komorbiditäten, gleichzeitigen Substanzgebrauchsstörungen, Verbrennungsmerkmalen (betroffene Körperregion, gesamte verbrannte Körperoberfläche und Verbrennungsgrad) sowie Therapieformen (nichtsteroidale Antirheumatika, Autotransplantate und Débridements). Primäre Endpunkte binnen 90 Tagen waren Wundkomplikationen (Infektion, Wundöffnung und Hämatombildung), Sepsis und Gesundheitsnutzungsverhalten (antimikrobielle Verschreibungen und Notaufnahmen). Sekundäre Endpunkte waren Mortalität und neue Diagnose einer Opioidkonsumstörung innerhalb 1 Jahres. Assoziationen wurden mittels Risikoverhältnissen (RR) quantifiziert, statistische Signifikanz bei p < .05. Ergebnisse Insgesamt 594.308 Verbrennungsopfer wurden identifiziert (21.050 mit NTND; 573.258 Kontrollen). Nach Matching verblieben je 20.906 Patienten pro Kohorte. Innerhalb von 90 Tagen nach Verbrennung hatten NTND-Patienten signifikant höhere Risiken für Wundöffnung (RR 1,81, p=.004), Wundinfektion (RR 2,65, p<.001), Sepsis (RR 1,50, p=.003), antimikrobielle Verordnungen (RR 1,35, p<.001), Notaufnahmebesuche (RR 1,51, p<.001) und Mortalität (RR 1,20, p=.033) im Vergleich zu gematchten Kontrollen. Das Risiko für Hämatombildung war im NTND-Kollektiv erhöht, jedoch nicht signifikant (RR 1,54, p=.193). Innerhalb eines Jahres nach Verbrennung wiesen NTND-Patienten ein erhöhtes Risiko für Mortalität (RR 1,20, p=.002) und Opioidkonsumstörung (RR 4,24, p<.001) auf. Schlussfolgerungen Nicht-tabakbedingte Nikotinabhängigkeit war signifikant mit erhöhtem Risiko für Komplikationen, Inanspruchnahme des Gesundheitswesens, langfristige Mortalität sowie Beginn einer Opioidkonsumstörung nach Verbrennung assoziiert. Diese Befunde deuten darauf hin, dass Nikotin unabhängig vom Tabak die Immunfunktion und Gewebeheilung beeinträchtigen kann, was den Verlauf von Verbrennungsverletzungen verschlechtern könnte. Relevanz für die Praxis Versorgungspersonen in der Verbrennungspflege sollten Patienten bei Aufnahme auf regelmäßigen Gebrauch nicht-tabakbedingter Nikotinprodukte screenen und eine Entwöhnungsberatung anbieten, da das Angehen dieses Risikofaktors Komplikationen verringern und die Genesung verbessern kann. Finanzierung der Studie Keine Angaben.
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Dao et al. (Sun,) untersuchten diese Fragestellung.
www.synapsesocial.com/papers/69d896566c1944d70ce07b23 — DOI: https://doi.org/10.1093/jbcr/irag033.037
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