Zielsetzung: Die Bedeutung kontextueller Faktoren, wie der Behandlungserwartung des Patienten für die Wirksamkeit von Antidepressiva (AD) bei der Behandlung der Major Depression (MDD), wird noch unterschätzt. Methoden: Bericht über den überraschenden Behandlungsverlauf einer 47-jährigen Frau mit schwerer melancholischer MDD und ausgeprägten somatischen Symptomen. Ergebnisse: Der erste Behandlungsversuch mit Venlafaxin (300 mg/Tag) schlug fehl. Während dieser Behandlung war die Patientin noch nicht von der Wirksamkeit eines AD bei ihrer Erkrankung überzeugt. Sie glaubte nicht einmal, an MDD zu leiden. In einer zweiten pharmakologischen Behandlungsphase wirkte Venlafaxin (150 mg/Tag) exzellent. In einer speziellen psychoedukativen Vorbereitung auf diese zweite Behandlung konnte die Patientin ein tieferes Verständnis dafür gewinnen, dass sie tatsächlich an MDD litt. Nun konnte sie die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass AD gegen ihre schweren Beschwerden hilfreich sein könnten („erfahrener Einblick“). Schlussfolgerung: Die Rolle der Behandlungserwartung sollte bei Nichtansprechen auf Medikation stärker berücksichtigt werden.
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Udo Bonnet
Clinical Neuropharmacology
University of Duisburg-Essen
Rütgers (Germany)
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Udo Bonnet (Do,) untersuchte diese Fragestellung.
www.synapsesocial.com/papers/69df2bcae4eeef8a2a6b0b08 — DOI: https://doi.org/10.1097/wnf.0000000000000681
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