Wir präsentieren einen seltenen Fall einer fulminanten Capnocytophaga canimorsus Septikämie bei einer zuvor gesunden, 52-jährigen, immunkompetenten Frau nach einer kleinen, hundebezogenen Stirnabschürfung. Trotz einer kürzlich verabreichten Therapie mit Amoxicillin/Clavulansäure, die von ihrer Hausärztin verschrieben wurde, entwickelte die Patientin eine ausgeprägte Sepsis, gekennzeichnet durch disseminierte intravaskuläre Gerinnung (DIC), Multiorganversagen (MODS) und schwerwiegende metabolische Störungen. Anfangssymptome waren Verwirrtheit, Durchfall und Übelkeit, die rasch zu Kreislaufschock und akutem Nierenversagen führten, was eine Intubation und kontinuierliche Nierenersatztherapie erforderte. Blutkulturen bestätigten später C. canimorsus, und die antimikrobielle Therapie wurde entsprechend angepasst. Radiologische Befunde zeigten eine bilaterale nekrose der Nierenrinde, die letztlich zu einem terminalen Nierenversagen mit fortlaufender Dialyseabhängigkeit führte. Dieser Fall ist bemerkenswert als einer der wenigen dokumentierten Fälle von Nierenrindennekrose aufgrund einer Capnocytophaga-Infektion und stellt den einzigen bekannten Fall dar, bei dem die Patientin überlebte. Er unterstreicht die diagnostischen und therapeutischen Herausforderungen bei der Behandlung seltener zoonotischer Infektionen, insbesondere bei Patienten ohne klassische Risikofaktoren. Kliniker sollten bei Sepsis unklarer Herkunft, besonders bei jeder berichteten Tierexposition, eine hohe Verdachtsrate für Capnocytophaga spp. bewahren und infektiologische Fachärzte frühzeitig in die Behandlung einbeziehen.
Michel et al. (Thu,) untersuchten diese Fragestellung.