Eine angemessene orale Antikoagulation war bei 26,4 % der Patienten mit akutem ischämischem Schlaganfall und Vorhofflimmern vorhanden, wobei in 22 % der untersuchten Fälle multiple Ätiologien festgestellt wurden.
Beobachtungsstudie (n=242)
Mehr als ein Viertel der AF-Patienten mit akutem ischämischen Schlaganfall sind therapietreu mit angemessener oraler Antikoagulation, und bei diesen werden häufig multiple alternative oder gleichzeitige Ätiologien identifiziert.
Zusammenfassung Einführung Vorhofflimmern (AF) verursacht 20-30 % der akuten ischämischen Schlaganfälle (AIS). Trotz Einhaltung von oralen Antikoagulanzien (OAK) treten weiterhin embolische Ereignisse auf. Ziel ist es, AF-Patienten mit AIS unter adäquater OAK-Therapie zu charakterisieren. Methoden Retrospektive Beobachtungsstudie von konsekutiven stationären Patienten mit AIS und AF zwischen Januar 2023 und Dezember 2024. Analysiert wurden klinisch-demografische Daten, inklusive AF-Charakteristika, vaskulärer Risikofaktoren, Behandlung und Ergebnisse der etiologischen Schlaganfalluntersuchung. Ergebnisse Von 242 Patienten mit AIS und AF erlitten 64 (26,4 %) trotz korrekt dosiertem und therapietreuem OAK ein Schlaganfall. 51,6 % waren weiblich, mittleres Alter 82 Jahre. Die Mehrzahl (78,1 %) hatte permanentes AF, Apixaban war das am häufigsten verwendete OAK (n=25, 39,1 %). Vierzig (62,5 %) schlossen die ätiologische Untersuchung ab. Bei 21,9 % wurde eine weitere gleichzeitig bestehende Schlaganfallursache gefunden, am häufigsten intrakranielle und/oder extrakranielle atherosklerotische Stenosen/Oklusionen großer Gefäße bei acht Patienten (12,5 %). Weitere 11 (17,2 %) Patienten zeigten zusätzliche kardioembolische Ursachen, wie mechanische Klappenprothesen (6,2 %) oder linksventrikuläre Hypokinesie (4,7 %). Entweder Hypertonie, Dyslipidämie oder Diabetes waren bei 34 (54 %) Patienten unkontrolliert, jedoch ohne weitere spezifische Schlaganfallursache. Letztlich wurde AF als alleinige Ätiologie bei 12 (18,8 %) adäquat antikoagulierten Patienten mit kontrollierten vaskulären Risikofaktoren festgestellt. Fazit Ein Viertel der AF-Patienten mit AIS waren therapietreu bezüglich angemessener OAK. Nicht allen wurde eine ätiologische Untersuchung angeboten. Bei den untersuchten zeigten sich in 22 % multiple Ätiologien und in 17 % zusätzliche kardioembolische Ursachen. 20-40 % der Patienten hatten nur AF als Ursache und könnten von ergänzenden Therapien, wie dem Verschluss des linken Vorhofohrs, profitieren. Interessenkonflikt Keine Offenlegung
Oliveira et al. (Fri,) führten eine Beobachtungsstudie zu akutem ischämiischem Schlaganfall und Vorhofflimmern (n=242) durch. Die orale Antikoagulation wurde hinsichtlich der Schlaganfallätiologie und -merkmale bewertet. Eine angemessene orale Antikoagulation war bei 26,4 % der Patienten mit akutem ischämischem Schlaganfall und Vorhofflimmern vorhanden, wobei in 22 % der untersuchten Fälle mehrere Ätiologien festgestellt wurden.