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Zusammenfassung In europäischen öffentlichen Debatten wird der Islam häufig als Hindernis für die Geschlechtergleichstellung beschrieben. Anhand von Daten aus in Deutschland durchgeführten Befragungen analysieren wir die Rolle einer stark ausgeprägten individuellen Religiosität bei der Erklärung der Zustimmung von Türken und Deutschen zur Geschlechtergleichstellung sowie der Art und Weise, wie türkische und deutsche Paare Haushaltsaufgaben aufteilen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass bei beiden Gruppen Personen mit starker religiöser Bindung seltener egalitäre Geschlechterrolleneinstellungen vertreten als säkulare Personen. Auf der Verhaltensebene trifft dieser Zusammenhang zwischen Religiosität und geschlechtsbezogenem Egalitarismus nur auf türkische Befragte zu. Darüber hinaus tragen starke religiöse Bindungen zur generationellen Stabilität des einstellungs- und verhaltensbezogenen Geschlechtertraditionalismus unter Türken bei. Bei der Erklärung der egalitäreren geschlechtsbezogenen Einstellungen und Verhaltensweisen von Deutschen erweist sich Religiosität jedoch lediglich als ein Faktor unter anderen – und als kein besonders wichtiger. Weitere Forschung ist erforderlich, um die verschiedenen kulturellen und religiösen Aspekte der Einstellungen und Verhaltensweisen muslimischer Migranten zu entflechten.
Diehl et al. (Tue,) untersuchten diese Frage.
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