Hintergrund: Objektive und subjektive kognitive Defizite, insbesondere im Arbeitsgedächtnis (WM), sind häufig bei psychiatrischen Erkrankungen anzutreffen, doch ihre Mechanismen sind nur wenig verstanden. Grübeln, ein zentraler transdiagnostischer Faktor, wurde vorgeschlagen, um zu diesen Defiziten beizutragen, indem es exekutive Ressourcen erschöpft. Der kausale Einfluss von ruminativen Zuständen auf die kognitive Leistung und subjektiven Schwierigkeiten bleibt jedoch ungeprüft. Methoden: In einer registrierten Online-Studie wurden 282 Teilnehmer zufällig einer Grübel- oder einer neutralen Gruppe zugeteilt. Beide Gruppen erinnerten sich an ein belastendes Ereignis, gefolgt von einer Induktion des Grübelns oder einer neutralen Bedingung für jede Gruppe. WM wurde mithilfe einer n-back Aufgabe bewertet, während subjektive Schwierigkeiten durch eine Aufwandbewertung erfasst wurden. Diese wurden vor und nach der Induktion durchgeführt. Gemischte ANOVAs wurden eingesetzt, um die Induktionswirkungen zu bewerten. Ergebnisse: Es gab eine signifikante Interaktion zwischen Gruppe × Zeit für Leistung und Wahrnehmung von Aufwand (unabhängig von der Leistung). Diese Effekte wurden nicht durch traits Grübeln oder Schwere der depressiven Symptome moderiert. Leistungswirkungen wurden durch erhöhten selbstberichteten kognitiven Störungen vermittelt, während die wahrgenommene Anstrengung unverändert blieb. Post hoc Analysen ergaben, dass Grübeln selektiv die Leistung in Nicht-Übereinstimmungsversuchen beeinflusste und nicht mit der kognitiven Belastung (n-Ebene) interagierte. Schlussfolgerung: Bereits kurze Episoden ruminativer Zustände können sowohl die kognitive Leistung als auch die subjektive Erfahrung davon verändern. Kognitive Störungen, die die Leistung, aber nicht den Aufwand vermitteln, deuten auf unterschiedliche zugrunde liegende Mechanismen hin. Der selektive Effekt auf Nicht-Übereinstimmungsversuche ohne einen Effekt der kognitiven Belastung weist auf gestörte inhibitorische Kontrolle hin. Insgesamt könnte die Fokussierung auf Grübeln nicht nur psychologische Symptome lindern, sondern auch dazu beitragen, die kognitive Funktion zu erhalten.
Jaeschke et al. (Thu,) untersuchten diese Frage.
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