HINTERGRUND Die Nachfrage nach psychischer Gesundheit Behandlung nimmt zu, während das Angebot an Behandlungen nicht ausreicht, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden. Alternative Lösungen müssen untersucht werden, um den Zugang zur Versorgung für Patienten zu ermöglichen, die aufgrund häufiger Barrieren wie Wohnort, beruflichen Verpflichtungen oder körperlichen Einschränkungen nicht an traditionellen psychotherapeutischen Settings teilnehmen können. ZIEL Diese Studie hatte das Ziel, die Einstellungen zur digitalen Psychotherapie, insbesondere in einem digitalen inpatient-ähnlichen Therapiesetting, unter Psychologie- und Medizinstudierenden zu untersuchen. Diese Studierenden vertreten die zukünftige Generation von Therapeuten und besitzen den notwendigen Bildungshorizont, um innovative Ideen zu entwickeln, die ein digitales psychotherapeutisches Setting fördern. METHODEN Wir führten qualitative, halbstrukturierte Interviews mit 20 Teilnehmern (10 Psychologiestudierende und 10 Medizinstudierende) durch. Die Daten wurden mittels einer induktiven, thematischen Analyse gemäß der von Braun und Clark skizzierten Methodik analysiert. ERGEBNISSE Die thematische Analyse führte zu einem Kodierungsrahmen, der vier übergeordnete Kategorien umfasst: (1) Evolution der Digitalisierung in der medizinischen Praxis, (2) zukünftige Richtungen der digitalen Psychotherapie, (3) technischer Rahmen und (4) auf künstlicher Intelligenz (KI) basierende Psychotherapie. SCHLUSSFOLGERUNGEN Im Kontext der psychischen Gesundheit wird digitale Psychotherapie als praktikable Option akzeptiert, wenn konventionelle Face-to-Face-Therapie nicht möglich ist. Die Hauptanliegen betrafen mögliche Beeinträchtigungen der therapeutischen Beziehung und Interaktion. KI wurde als eigenständige Therapie abgelehnt, jedoch als ergänzendes Werkzeug akzeptabel angesehen. Technische Probleme stellen ein großes Hindernis für die konsistente und zuverlässige Implementierung der digitalen Psychotherapie dar. Ein erfolgreiches digitales psychotherapeutisches Konzept für stationäre und ambulante Settings muss eine ausreichende zwischenmenschliche therapeutische Beziehung ermöglichen, die in einem zuverlässigen technischen Rahmen verankert ist.
Robitzsch et al. (Freitag) haben diese Frage untersucht.