Abstract Der Beitrag gibt eine erste handbuchartige Überblicksdarstellung über Bölls Hörspielwerk. Entgegen der in der Forschung vorherrschenden Auffassung, die Arbeiten für den Rundfunk seien lediglich aus finanziellen Gründen erfolgt, wird dargelegt, dass es sich bei Bölls Hörspielen um eigenständige ästhetische Entwürfe handelt. Weder ihre Stellung in der Hörspielgeschichte noch ihre Rückwirkungen auf Bölls printmediales Werk wurden bislang untersucht. Dafür sollen hier in Grundzügen Perspektiven aufgezeigt, Deutungsansätze gegeben und Metadaten geliefert werden. Behandelt werden u. a. Korpusfragen, werkgenetische Aspekte, relevante Themenkomplexe sowie ausgewählte Produktionen mit ihren sonalen und narrativen Darstellungsverfahren.In the style of a handbook article, an initial overview of Böll’s radio plays is provided. Contrary to the prevailing view in research that his work for radio was undertaken solely for financial reasons, it is argued that Böll’s radio plays are independent aesthetic creations. Neither their position in the history of radio plays nor their impact on Böll’s printed works has been examined to date. This article therefore aims to outline perspectives, provide interpretative approaches, and supply metadata. Topics covered include corpus issues, aspects of the work’s genesis, relevant thematic complexes, as well as selected productions with their sonal and narrative modes of representation.
Britta Herrmann (Thu,) studied this question.