Forschungen deuten darauf hin, dass Sportexperten eine bessere Reaktionshemmung zeigen. Weniger bekannt ist, wie Expertenathleten kognitive Hemmung einsetzen. Experten könnten kognitiv hemmen oder frühere Fehler „vergessen“ durch eine von der Expertise induzierte Amnesie, die darauf hindeutet, dass Experten ein verarmtes episodisches Gedächtnis haben aufgrund der reduzierten Aufgabenaufmerksamkeit bei gut eingeübten Aktionen. Diese Amnesie könnte bei niedrigem Druck relevant sein, ist aber interessanterweise möglicherweise ein größerer Faktor bei hohem Druck. Ziel der vorliegenden Studie war es zu untersuchen, ob sportliche Expertise die Reaktionshemmung (Effektivität und Effizienz) und die kognitive Hemmung (Fehlerbewusstsein) bei niedrigem und hohem Druck vorhersagt. Fünfundvierzig Teilnehmer aus verschiedenen Sportarten (statisch, abfangend oder strategisch) absolvierten eine Messung der sportlichen Expertise und eine modifizierte Stop Signal Task unter zwei Druckbedingungen (manipuliert durch divergente Aufgabeninstruktionen). Die Regressionsanalysen deuten darauf hin, dass Expertise nur signifikant die Effektivität und Effizienz der Reaktionshemmung bei hohem Druck vorhersagte. Interessanterweise war das Fehlerbewusstsein bei hohem und niedrigem Druck unabhängig von der sportlichen Expertise. Schließlich waren die Veränderungswerte über die Druckbedingungen gering und nahe null für alle Teilnehmer, nicht nur für Experten, was darauf hindeutet, dass alle Individuen unter niedrigen und hohen Druckbedingungen ähnlich abschneiden. Sportliche Expertise scheint die Reaktionshemmung bei hohem Druck zu fördern, aber die genauen Methoden, wie Experten Fehler „vergessen“ und die Leistung aufrechterhalten, bleiben unbekannt.
Brimmell et al. (Mon,) untersuchten diese Frage.