Ausgehend von der Notwendigkeit einer Transformation des Mobilitätssektors beschäftigt sich diese Masterarbeit mit nachhaltiger Mobilität in ländlichen Regionen Österreichs. Bürger:innen-Beteiligung wird mittlerweile in vielen Planungsprozessen eingesetzt, auch bei nachhaltigen Mobilitätsprojekten. Neben einer effizienteren Umsetzung und einer größeren Legitimität von Lösungen soll auch die Stärkung demokratischer Werte erreicht werden. Eine große Rolle spielt nicht nur das Design von Beteiligungsprozessen, sondern auch der jeweilige Kontext. Um diese Bedeutung des Kontextes genauer zu untersuchen, geht diese Masterarbeit der Frage nach, unter welchen Kontextbedingungen Bürger:innen-Beteiligung zur erfolgreichen Umsetzung nachhaltiger Mobilitätswendeprojekte in ländlichen Regionen Österreichs beiträgt. Zur Beantwortung dieser Frage wurde ein Variablenkatalog an Kontextfaktoren auf Basis von Literatur entwickelt. Zehn Projekte zu Mikro-ÖV, Tourismusmobilität, Multimodale Mobilität, Car-Sharing und betriebliche Mobilität mit unterschiedlichen Graden an Bürger:innen-Beteiligung wurden ausgewählt, um mit Projekt-Akteur:innen leitfaden-gestützte Expert:innen-Interviews zu führen. Diese wurden anhand der Kontextfaktoren analysiert und miteinander verglichen. Folgende Kontextfaktoren stellten sich als relevant heraus für eine Mehrheit der Projekte: (1) finanzielle Unterstützung seitens eines höheren administrativen Levels, (2) starke lokale oder regionale Akteur:innen und (3) Erfahrung mit Bürger:innen-Beteiligungsprozessen und (4) Nachhaltigkeitstransformationen. Als zusätzlich relevant für die Wirksamkeit von Beteiligung bei nachhaltigen Mobilitätsprojekten stellte sich jedoch der Zeitpunkt im Projektverlauf heraus, an dem Bürger:innen-Beteiligung angewendet und welche Frage oder Aufgabe konkret an den Beteiligungsprozess übergeben wird. Noch bevor ein Projekt gestartet werden kann, steht die Frage, welche Probleme, Bedürfnisse und Lösungsideen für die zukünftige Entwicklung des Mobilitätssystems vor Ort oder in der Region vorhanden sind. Diese offene Frage eignet sich, um durch einen Bürger:innen-Beteiligungsprozess zu besseren Antworten zu kommen, da wichtige Informationen und Perspektiven gesammelt werden können. Steht dann schlussendlich fest, welche Mobilitätslösung umgesetzt werden soll, ist die Frage, wie die jeweilige Lösung verbessert und an lokale Gegebenheiten und Bedürfnisse angepasst werden kann, erneut geeignet, durch Bürger:innen-Beteiligung zu einer erfolgreichen Umsetzung beizutragen. Dieses Forschungsergebnis soll Regionalmanager:innen, Gemeindepolitiker:innen und Mobilitätsberater:innen helfen, Bürger:innen-Beteiligung zielgerichtet einzusetzen und so die Mobilitätswende in ländlichen Regionen voranzutreiben.
Johanna Singer (Wed,) studied this question.