Der Verlust der Artenvielfalt hat ein kritisches Ausmaß erreicht und mehr als eine Million Arten sind inzwischen durch menschliche Aktivitäten vom Aussterben bedroht. Trotz weit verbreiteter Besorgnis sind die Schutzbemühungen nach wie vor unzureichend, sodass weitere Forschung zu wirksamen Maßnahmen zur Stärkung des Naturschutzes unabdinglich ist. Aktuelle Studien deuten darauf hin, dass die wahrgenommene Ähnlichkeit zwischen Menschen und Tieren Empathie und Unterstützung für Naturschutzinitiativen fördert. Auf der Grundlage des sozialen Ähnlichkeitsmodells von Nijssen et al. (2024) sowie auf Basis von Theorien zu mentaler Ähnlichkeit untersucht diese Studie, ob die Hervorhebung unterschiedlicher Fähigkeiten von Tieren die wahrgenommene mentale Ähnlichkeit zwischen sich selbst und bestimmten Tierarten beeinflusst und ob dies die Unterstützung für Naturschutzmaßnahmen verändert. In einem vorab registrierten, randomisierten Online-Experiment wurden 296 Teilnehmende dazu aufgefordert, sich Videos anzusehen, die die kognitiven, die sozio-emotionalen Fähigkeiten oder das neutrale Verhalten von Elefanten und Rabenvögeln zeigten. Anschließend wurden die mentale Ähnlichkeit, die Verbundenheit zur entsprechenden Tierart sowie die Unterstützung für Naturschutzmaßnahmen gemessen. In Übereinstimmung mit früheren Forschungsergebnissen zeigte die Studie, dass die Teilnehmenden bei allen Variablen ein höheres Engagement für Elefanten als für Rabenvögel aufwiesen. Darüber hinaus verstärkte die Hervorhebung sozio-emotionaler Fähigkeiten die wahrgenommene Verbindung zu beiden Tierarten. Das Ansehen von Videos, die sozio-emotionale Aspekte im Vergleich zu kognitiven Aspekten hervorhoben, führte zu einer höheren Unterstützung für den Artenschutz von Rabenvögeln, jedoch nicht von Elefanten. Mediationsanalysen unter Verwendung von PROCESS zeigten außerdem, dass die wahrgenommene mentale Ähnlichkeit die Verbundenheit zu den beiden Spezies positiv vorhersagte, was wiederum die Unterstützung für den Artenschutz bei Rabenvögeln vorhersagte. Allerdings wurde über alle Modelle hinweg keine konsistente serielle Mediation beobachtet. Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung einer auf artspezifische Wahrnehmungen zugeschnittenen Kommunikationsstrategie für den Artenschutz und betonen den einzigartigen Wert der Hervorhebung der sozio-emotionalen Fähigkeiten von Tieren für bessere Ergebnisse im Artenschutz.
Tim Quentin Jacoby (Wed,) studied this question.
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