Die Verbreitung von Fehlinformationen in sozialen Medien wirft grundlegende Fragen nach den psychologischen Faktoren auf, die eine präzise Bewertung digitaler Inhalte unterstützen. Die vorliegende Studie untersuchte, ob digitale Reife, eine auf der Self-Determination Theory basierende sozial-digitale Kompetenz, sowie Deliberation die Fähigkeit verbessern, zwischen wahren und falschen Nachrichten zu unterscheiden. Zweiundachtzig Erwachsene bearbeiteten den Digital Maturity Inventory und bewerteten 16 Instagram-ähnliche Schlagzeilen in einem Zwei-Antworten-Paradigma, das intuitive und deliberative Urteile sequenziell integrierte. Entgegen den Erwartungen zeigte digitale Reife keinen Zusammenhang mit Genauigkeit, Sensitivität, Vertrauenskalibrierung oder Urteilsänderungen. Deliberation erhöhte zwar die subjektive Sicherheit, verbesserte jedoch nicht die Unterscheidung von Wahrheit und Falschheit; insgesamt lagen die Leistungen nahe dem Zufallsniveau. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass bei inhaltlich neutralen und diagnostisch armen Stimuli weder sozial-digitale Kompetenzen noch zusätzliche Denkzeit die Genauigkeit verlässlich erhöhen. Der Beitrag diskutiert zudem methodische und kontextuelle Faktoren, die die Leistung möglicherweise begrenzt haben, sowie Implikationen für zukünftige Forschung und die Gestaltung digitaler Plattformen.
Alexander Kostov (Wed,) studied this question.