ZUSAMMENFASSUNG Die Geschichte der psychischen Gesundheitswissenschaften umfasst zahlreiche Fälle, in denen Eltern zu Unrecht für das psychische Leiden ihrer Kinder verantwortlich gemacht wurden. Von Anfang an bewegte sich die Familientherapie weg von linearen kausalen, intrapsychischen Erklärungen hin zu komplexen Familiedynamiken. Dennoch könnten systemische Perspektiven unbeabsichtigt eine Kultur der Schuld aufrecht erhalten haben. In der zeitgenössischen westlichen Gesellschaft erzeugen hohe Erwartungen an „gute Erziehung“ erheblichen Druck auf Eltern, ideale Bedingungen für die Entwicklung ihrer Kinder zu schaffen, was sie oft unsicher und unzulänglich fühlen lässt. Während Schuld reparierende Handlungen motivieren kann, wird sie kontraproduktiv, wenn sie als feste elterliche Identität internalisiert wird. Dieser Artikel untersucht, wie transgenerationale Familienskripte eine kontextuelle Linse bieten, um über schwierige Familieninteraktionen nachzudenken, und zielt darauf ab, die Verstärkung negativer Selbstwahrnehmungen zu minimieren. Er hebt die Bedeutung der Anerkennung gesellschaftlicher Druck in der Therapie hervor, um Eltern zu helfen, persönliche und soziale Erwartungen zu navigieren. Eine Fallstudie verdeutlicht die anhaltende Relevanz von Familienskripten in der systemischen Praxis.
Nys et al. (Mon,) haben diese Frage untersucht.