Diese Dissertation untersucht, wie Vögel komplexe kognitive Leistungen erbringen, obwohl ihnen der Neokortex fehlt, der bei Säugetieren als Grundlage höherer Kognition gilt. Am Taubenhirn werden neuroanatomische, neurochemische und methodische Ansätze kombiniert, um alternative neuronale Architekturen der Intelligenz zu charakterisieren. Im Fokus steht das mediale Nidopallium/Mesopallium (MNM), ein an Lernen, sensorisch-motorischer Integration und Verhaltenskontrolle beteiligtes Areal. Tracing-Experimente zeigen funktionell spezialisierte Subregionen und eine enge Vernetzung mit dem Nidopallium caudolaterale, dem funktionellen Analogon des präfrontalen Kortex. Ergänzend werden optogenetische Werkzeuge für Tauben etabliert und altersbedingte Autofluoreszenz methodisch reduziert. Die Analyse Calcium-bindender Proteine und GABA belegt neurochemische Parallelen zum Säugetierkortex und zeigt, dass komplexe Kognition auf alternativen, evolutionär konvergenten Hirnarchitekturen beruhen kann.
Kevin Haselhuhn (Thu,) studied this question.