Der Einsatz sozialer Roboter in öffentlichen Einrichtungen wird zunehmend in Betracht gezogen, um die Arbeitsbelastung der Mitarbeiter zu reduzieren und erfordert, dass Bürger mit Mensch-Roboter-Interaktionen umgehen. Basierend auf dem Paradigma der Positiven Informatik kann die Motivation, mit Robotern zu interagieren, unterstützt werden, indem das Wohlbefinden der Bürger während der Interaktion gesteigert wird. Laut der Selbstbestimmungstheorie hängt dieses Wohlbefinden von der Befriedigung der grundlegenden psychologischen Bedürfnisse der Menschen nach Autonomie, Kompetenz und sozialer Zugehörigkeit ab. Es gibt jedoch einen Mangel an Forschung über die Fähigkeiten von öffentlich eingesetzten Robotern, diese Bedürfnisse anzusprechen, insbesondere in Bezug auf diverse Zielgruppen. Um diese Forschungslücke zu schließen, wurde eine Feldstudie in zwei öffentlichen Bibliotheken (N = 65) durchgeführt, in der die Teilnehmer mit einem sozialen Roboter interagierten, der Bücher empfahl und Passagen laut vorlas. Die Ergebnisse zeigen, dass die allgemeinen Einstellungen der Menschen gegenüber Robotern positiv mit der Befriedigung der Bedürfnisse nach Autonomie, Kompetenz und sozialer Zugehörigkeit zusammenhingen und dass Frauen sich in der Interaktion weniger kompetent fühlten als Männer. Interviewdaten ergänzen diese Ergebnisse, indem sie zeigen, dass unzureichende Antworten und die starre Interaktionsweise des Roboters mit einer reduzierten Wahrnehmung der Kompetenz der Nutzer verbunden sind. Im Gegensatz dazu wurden erfolgreiche, einfache Interaktionen und Antworten auf Benutzeranfragen als Gründe für eine erhöhte Wahrnehmung von Kompetenz und Autonomie beschrieben, während soziale Zugehörigkeit als ein schwer zu fassendes Konzept erlebt wurde. Insgesamt zeigen diese Ergebnisse, dass soziale Roboter in öffentlichen Räumen grundlegende psychologische Bedürfnisse der Nutzer befriedigen können und dass benutzer- und roboterbezogene Merkmale diese Zufriedenheit beeinflussen.
Finkel et al. (Sun,) untersuchten diese Frage.