Zusammenfassung Auf der Grundlage der 6. Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung untersucht die quantitativ-empirische Studie Effekte der Nutzung des schulischen Religionsunterrichts auf die religiöse Entwicklung und auf die Kirchenbindung bis 35 Jahre. Die erheblichen Effekte des Religionsunterrichts auf die religiöse Entwicklung erweisen sich zu weiten Teilen als unabhängig von der religiösen Vorprägung durch die Herkunftsfamilie. Der Religionsunterricht unterstützt die Entwicklung einer persönlichen Religiosität unter anderem durch die Bearbeitung des vermeintlichen Konflikts zwischen Religion und Wissenschaft. Die Bereitschaft junger Menschen zur Aufrechterhaltung der Kirchenmitgliedschaft hängt von vier Faktoren ab: Verbundenheit, Vertrauen, Akzeptanz der Kirchensteuer und dem sozialen Bild von Kirche. Im Hintergrund dieser vier Faktoren steht die persönliche Religiosität als zentrale Determinante der Kirchenbindung. Der Religionsunterricht trägt in erheblichem Maße zur Kirchenbindung junger Menschen bei, indem er die Entwicklung der persönlichen Religiosität unterstützt und darüber hinaus das soziale Bild von Kirche und das Vertrauen in die Institution Kirche fördert. Insgesamt erweist sich der Religionsunterricht als eine religiöse Sozialisationsinstanz, die in ihrer Bedeutung mit der Herkunftsfamilie vergleichbar ist.
Felix Roleder (Wed,) studied this question.