Mit dem “spatial turn” kamen Methoden aus dem Bereich der GIScience auch in den Geisteswissenschaften vermehrt zum Einsatz. Vor allem im Bereich der Geschichtswissenschaft lassen sich hier wertvolle neue Erkenntnisse oder neue Perspektiven auf bereits vorhandene Forschungsbereiche erreichen. Im Bereich der Erforschung der Sklaverei und des Sklavenhandels wurden bis dato erst in wenigen Fällen räumliche Methoden angewandt. Durch die Umwandlung hin zur „second slavery“ im 19. Jahrhundert änderte sich die globalen Beziehungen im Sklavenhandel. Durch eine Anwendung räumlicher Analysemethoden basierend auf Daten der „trans-Atlantic slave trade database“ konnten hier neue Erkenntnisse zur räumlichen Zusammensetzung des Sklavenhandels gewonnen werden. Auch innerhalb der neu entstehenden Gebiete gab es unterschiedliche Entwicklungen. Außerdem zeigte sich, dass keine eindeutige Festlegung der Gründe für die Abschaffung der Sklaverei ermittelt werden konnten. Eine Vergleich beider Blickwinkel zeigte jedoch, dass wohl eine Kombination aus ökonomischen und humanitären Gründen für diese herangezogen werden können. Ein weiterer Analyseschritt deutete außerdem darauf hin, dass obwohl das Handelsvolumen britischer Schiffe bis zur Abolition hoch blieb, sich jedoch das Ziel dieser Schiffe hin zu Kolonien anderer Imperien verlagerte. Dies deutet auf die Entkolonisierung des britischen Sklavenhandels hin. Diese Analyse des Sklavenhandels im 19. Jahrhunderts zeigt, dass die Anwendung von räumlichen Methoden im Bereich der Geisteswissenschaften neue Perspektiven ermöglichen.
André Novak (Thu,) studied this question.
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