Trotz der Verbreitung psychotherapeutischer Modalitäten fehlt es dem Bereich an einem einheitlichen, prozessorientierten Bericht darüber, wie psychologische Veränderungen erfolgen. Bestehende Ansätze bieten effektive Techniken und theoretische Rahmenbedingungen, bleiben jedoch oft beschreibend reich, aber mechanistisch diffus. Dieses Papier argumentiert, dass die zeitgenössische Psychotherapie auf einen gemeinsamen Satz von Prozesskomponenten – affektive Aktivierung, symbolische Mediation, Bedeutungsrevision, narrative Integration und Verhaltensverstärkung – zusteuert, ohne sie formal in eine einheitliche Architektur zu integrieren. Als Antwort schlägt dieses Papier das Modell der Rekursiven Identitätsstabilisierung (RISE) als einen minimalen, vollständigen und rekursiven Veränderungsmechanismus vor. RISE beschreibt einen sequenziellen und iterativen Prozess – Affekt → Symbol → Bedeutung → Narrative → Verhalten – durch den psychologische Transformation initiiert, strukturiert und stabilisiert wird. Anstatt ein neues therapeutisches Modal anzubieten, wird RISE als meta-architektonischer Prozess präsentiert, der verschiedenen psychotherapeutischen Ansätzen zugrunde liegt. Das Modell bietet einen Rahmen zur Integration bestehender Modalitäten, zur Spezifizierung kausaler Pfade und zur Generierung testbarer Hypothesen für zukünftige Forschung.
Gary Ow (Mi,) untersuchte diese Frage.