Die Dissertation untersucht die verschiedenen Konzeptionen von Feuer im physikalischen Corpus des Aristoteles. Das erste Kapitel befasst sich mit dem Feuer als einfachem Körper, insbesondere in De caelo und De generatione et corruptione. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf dem Verhältnis des Feuers zu den anderen Elementen. In DC besitzt das Feuer aufgrund seiner formhafteren Natur eine ontologische Vorrangstellung gegenüber den übrigen sublunaren Elementen aufgrund seiner Leichtigkeit, Aufwärtsbewegung und Ausrichtung auf das Äußerste der sublunaren Region als seinen natürlichen Ort. In GC hingegen wird es zumindest im Hinblick auf sein Werden und Vergehen auf dieselbe Stufe wie die anderen Elemente gestellt. Das zweite Kapitel ist der Behandlung des Feuers in den Meteorologica I–III gewidmet, wo Naturphänomene der sublunaren Welt untersucht werden. Hier finden sich drei unterschiedliche Auffassungen des Feuers: als Element; als heiße, trockene Ausdünstung; als Verbrennungsprozess. Es wird argumentiert, dass diese Auffassungen nicht miteinander in Konflikt stehen, sondern kohärent innerhalb desselben theoretischen Rahmens koexistieren. Im wahrnehmbaren Kosmos ist das elementare Feuer nur potentiell vorhanden, nämlich in zusammengesetzten Körpern; die trockene Ausdünstung stellt die phänomenale Erscheinungsweise des elementaren Feuers dar; die Flamme sowie die Verbrennung im Allgemeinen sind Prozesse und keine Körper. Das dritte Kapitel behandelt das Feuer in den biologischen Schriften des Aristoteles. Es analysiert und diskutiert das Verhältnis zwischen Feuer und Lebenswärme, insbesondere im Hinblick auf jene physiologischen Prozesse, die auf Feueranalogien beruhen, wie etwa die pepsis (ebenfalls in Meteor. IV erörtert) sowie das Entzünden, Wachstum und Erlöschen der Lebenswärme in Lebewesen. Die formale Natur des Feuers tritt hier, wie in DC, erneut hervor, wird jedoch diesmal vor allem mit seiner Wärmewirkung verknüpft.
Emiliano Paparazzo (Fri,) studied this question.