Klinische Beobachtungen und persönliche Erfahrungen haben lange darauf hingewiesen, dass Veränderungen der Ovarialsteroid-Hormone (Estradiol, Progesteron) die Stimmung und das Verhalten während des Menstruationszyklus beeinflussen können. Erst kürzlich hat die Forschung jedoch begonnen, diese Muster systematisch zu charakterisieren. Eine wachsende Anzahl von Studien legt nahe, dass einige Frauen eine erhöhte oder atypische neuronale Sensitivität gegenüber normalen Schwankungen der Ovarialsteroid-Hormone im Verlauf des Zyklus aufweisen (Hormonsensitivität). Man nimmt an, dass diese Sensitivitäten Bedingungen wie das prämenstruelle dysphorische Syndrom (PMDD) und die prämenstruelle Verschlechterung bestehender Symptome (PME) zugrunde liegen. Obwohl die meisten Forschungen in diesem Bereich auf Erwachsene fokussiert waren, deuten neuere Studien darauf hin, dass ähnliche Muster auch bei Jugendlichen beobachtet werden, und das Verständnis, wie sich diese Symptome bei jüngeren Patienten zeigen, kann Klinikern helfen, Probleme früher zu erkennen und die Behandlung effektiver anzupassen. Wichtig ist, dass die Hormonsensitivität nach der Menarche (dem ersten Menstruationszyklus) beginnen könnte, wodurch die Adoleszenz ein kritisches Zeitfenster für die Identifizierung und Behandlung dieser zyklischen Symptomenänderungen darstellt.
Stumper et al. (Thu,) haben diese Frage untersucht.