Die Pathologisierung von Sucht ist ein weithin anerkanntes medizinisches Phänomen, dennoch sind die Reaktionen auf Opioidkonsumstörungen (OUD) in den USA sehr unterschiedlich und reichen von Inhaftierung bis hin zu langfristiger medikamentöser Behandlung. Oftmals korreliert dies mit der ethnischen Zugehörigkeit und der sozialen Schicht des Patienten. Neben dieser Variabilität außerhalb des medizinischen Bereichs variieren auch die Reaktionen innerhalb des medizinischen Bereichs stark, da das Gesundheitswesen zunehmend als Markt fungiert. Medikamentöse Behandlungen wie Buprenorphin tragen nachweislich zur Überwindung der physiologischen Opioidabhängigkeit bei, werden aber weiterhin zu selten eingesetzt. Angehörige der Gesundheitsberufe sind Gegenstand qualitativer Studien geworden, da Forscher versuchen zu verstehen, warum Buprenorphin trotz seines Status als Goldstandard weiterhin zu selten angewendet wird. In einem ähnlichen Ansatz führe ich eine kritische Diskursanalyse (CDA) an fünf qualitativen wissenschaftlichen Artikeln durch und analysiere dabei Machtverhältnisse in den Beziehungen zwischen Angehörigen der Gesundheitsberufe. Neben der Untersuchung, wie sich diese Faktoren auf die Anwendungsraten von Buprenorphin auswirken, analysiere ich, wie sie die fortschreitende Kommerzialisierung der Sucht reproduzieren oder in Frage stellen. Ich untersuche den Diskurs der medizinischen Fachkräfte, die Forschungsartikel, in denen dieser Diskurs eingebettet ist, und den größeren sozialen Kontext eines gewinnorientierten Gesundheitssystems. Aus einer STS-Perspektive analysiere ich die Machtdynamiken, die sich im Zusammenhang mit der Anwendung von Buprenorphin entwickelt haben, und analysiere die Ideologien, Praktiken und Werte verschiedener ideologischer Ansätze in der Versorgung sowie deren Beteiligung an der Reproduktion eines Suchtmarktes. Dabei identifiziere ich drei unterschiedliche Machtansätze bei denjenigen, denen die soziale Verantwortung für die Gesundheitsversorgung anvertraut ist. Der autoritäre und der wohlwollende Anbieter reproduzieren hierarchische Machtstrukturen, wobei der autoritäre Anbieter diese Macht als Richter ausübt und der wohlwollende Anbieter sie als Elternteil ausübt. Der Unterschied liegt in der Fürsorge für den Patienten. Interventionen können an diese Machtansätze angepasst werden, um einen dritten Anbietertypus hervorzubringen. Ein Anbieter, der die Kompetenzen seiner Patienten in den Mittelpunkt stellt, hat seine professionelle Macht zurückgestellt und verfolgt einen menschenzentrierten Ansatz in der Behandlung von Opioidkonsumstörungen, wodurch Zusammenarbeit und Neugierde gefördert werden. Mit zunehmender Verbreitung dieses Ansatzes wird der Einsatz von Buprenorphin aufgrund der medizinisch begründeten Nachfrage naturgemäß zunehmen.
Miakoda Alexandra Plude (Thu,) studied this question.
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