Verzögerte Belohnung (Delayed Gratification) ist ein zentraler Bestandteil der Selbstregulation. Unklar ist jedoch, ob die Verstärkung von Anstrengung, im Vergleich zu Leistung, intertemporale Entscheidungen tatsächlich verändern kann. Diese Studie prüfte daher, ob anstrengungskontingente Belohnungen die Fähigkeit zum Belohnungsaufschub im Vergleich zu leistungsabhängigen Belohnungen erhöhen. In einem randomisierten Between-Subjects-Design bearbeiteten 146 Psychologiestudierende der Universität Wien eine n-back-Aufgabe und erhielten dabei entweder anstrengungskontingente monetäre Belohnungen (operationalisiert über die Prä-Ejektionsperiode; PEP) oder leistungsabhängige Belohnungen (basierend auf Treffern und Fehlern). Anschließend absolvierten die Teilnehmenden eine Math-Effort-Aufgabe (MET), für die sie nicht belohnt wurden. Eine Woche vor dem Labortermin (Baseleine/Pre-Test), sowie unmittelbar nach der Aufgabenbatterie (Post-Test) beantworteten die Teilnehmer eine verkürzte Version des Monetary Choice Questionnaire (MCQ). Unter Kontrolle der Baseline-MCQ-Werte sagte die Belohnungskontingenz die Verzögerungsdiskontierung nach der Aufgabenbatterie nicht signifikant vorher, F(1, 110) = 1.29, p = .26, partielles η² = .01. Auch die Manipulationskontrolle ergab keine verlässlichen Gruppenunterschiede in der physiologischen Anstrengung während der MET (p = .37). Explorative Analysen zeigten über beide Bedingungen hinweg eine kleine, aber signifikante Prä-Post-Verschiebung hin zu impulsiveren Entscheidungen (Cohen’s d = 0.25), was mit einer ermüdungsbedingten Zunahme der Diskontierung vereinbar ist. Insgesamt wurden kurzfristige Manipulationen der Belohnungskontingenz von stabilen individuellen Unterschieden überlagert, was dafür spricht, dass stärkere bzw. längerfristige Interventionen und eine engere Passung zwischen Trainings- und Outcome-Domäne notwendig sein könnten, um Belohnungsaufschub zu beeinflussen.
Simone Oberhollenzer (Thu,) studied this question.