Zusammenfassung Vor dem Hintergrund, dass sich die bisherige Forschung im Themenfeld „Migration, Integration und Sport“ sehr stark auf das Sporttreiben von Jugendlichen mit ‚Migrationshintergrund‘ im Kontext des vereinsorganisierten Sports fokussiert hat, richtet dieser Beitrag den Fokus auf das Kindesalter und den Sportunterricht. Dabei zielt die Studie darauf ab, zu rekonstruieren, wie neu zugewanderte Kinder im Grundschulalter den Sportunterricht hinsichtlich des ihm zugeschriebenen Integrationspotenzials erleben. Eine Besonderheit der Studie liegt darin, dass der Großteil der hier untersuchten 6- bis 10-jährigen Kinder erst vor maximal 15 Monaten nach Deutschland eingewandert ist. Unsere auf 14 leitfadengestützten Interviews basierenden Befunde zeigen, dass die Kinder den Sportunterricht fallübergreifend als eine Integrationshilfe wahrnehmen. Aus unseren Daten ließen sich vier Erlebensfacetten des Sportunterrichts herausarbeiten: Erstens erleben die Kinder den Sportunterricht als eine Teilhabemöglichkeit, insofern sie selbst im Fall von (stark) begrenzten Deutschkenntnissen am Sportunterricht aktiv partizipieren können. Zweitens erleben die von uns interviewten Kinder den Sportunterricht als einen Gemeinschaftsraum, in dem sich zahlreiche Momente des Miteinanders und der Kommunikation mit Mitschüler:innen ergeben. Drittens erleben die Kinder den Sportunterricht als Kulturationskontext, insofern der Sportunterricht aus ihrer Sicht vor allem den Spracherwerb positiv unterstützt (habe). Viertens erleben die Kinder den Sportunterricht als eine Brücke zum Sportverein, wobei aus Schüler:innensicht die Sportlehrer:innen Impulsgeber:innen für einen Sportvereinsbeitritt sind. Aus den vor allem für die Sportsoziologie und Sportpädagogik relevanten Befunden lassen sich Anknüpfungspunkte für Folgeuntersuchungen ableiten.
Müller et al. (Wed,) studied this question.