Biogene Reststoff-Partikel, welche durch Pilzmyzel zu einem festen „Mycomaterial“ verbunden sind bergen das Potenzial eine nachhaltige Alternative zu Dämm- und Verpackungsmaterialien aus fossilen Reststoffen zu werden, da sie in einen bioökonomischen Kreislauf eingebunden werden können. Die regionale und leichte Verfügbarkeit solcher biogener Reststoffe sind von großer Bedeutung. Einer der am leichtesten verfügbaren biogenen Abfallströme in Österreich – Reststoffe aus Nadelholz – eignet sich aufgrund seiner pilzhemmenden natürlichen Substanzen noch nicht für die effiziente Herstellung von Myco-materialien.Die vorliegende Arbeit wurde im Rahmen des Projekts MycoSoft des Kompetenzzentrums Holz GmbH (Wood K plus) durchgeführt. Das Projekt wurde vom Österreichischen Waldfonds (Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klimaschutz, Umwelt, Regionen und Was-serwirtschaft) im Rahmen des Förderprogramms ThinkWood der FFG (Österreichische Bundesforschungsförderungsgesellschaft) gefördert. Ziel der Forschung war die Entwicklung von Verwertungsszenarien für Nadelholz-Sägemehl (> 90 % Fichte, < 10 % Tanne) aus einem lokalen österreichischen Sägewerk für einen Myzel-gebundenen Biokompositwerkstoff, der für zwei Anwendungsfälle geeignet ist:•als Verpackungsmaterial für die Formverpackung von PV-Wechselrichtern (Firmen-partner Fronius)•als Granulat für die Einblasdämmung im Holzbau (Firmenpartner Reisecker-Holzbau)Das Rohmaterial wurde unter verschiedenen Bedingungen mit Wasser und Ethanol/Wasser-Gemischen extrahiert. Die Extrakte wurden auf antifungale Verbindungen analysiert. Um die Wirksamkeit der Vorbehandlung zu bewerten, wurden verschiedene Pilzarten auf vorbehandeltes und unbehandeltes Rohmaterial aufgebracht, entweder mit Getreidebrut oder mit Flüssigkultur. Das resultierende Material mit dem dichtesten Myzelwachstum wurde anschließend in 3D-gedruckten Formen zur Herstellung von Formverpackungen verwendet. Die Ergebnisse zeigten, dass der Effekt der Rohmaterialvorbehandlung für ein schnelles und dichtes Myzelwachstum vernachlässigbar war. Die Zugabe von zusätzlichen Nährstoffen er-wies sich jedoch als unerlässlich für die Gewinnung eines stabilen Biokomposits mit ausreichendem Myzelwachstum.
Alwin Koodaly (Sun,) studied this question.