Zusammenfassung In mehrsprachigen Gesellschaften ist die Sprachauswahl ein pragmatischer Akt und keine neutrale Reflexion von Kompetenz. Dieser Artikel untersucht, wie Sprecher in historisch mehrsprachigen Regionen (Siebenbürgen und Banat) sowie im administrativ mehrsprachigen Schweiz die Sprachauswahl nutzen, um soziale Handlungen wie die Aushandlung von Identität, Autorität, Solidarität und Zugang durchzuführen. Basierend auf langfristigen qualitativen Beobachtungen kontrastiert die Studie zwei Regime: lokal mitkonstruiertes Kongruenz, das asymmetrische Produktion mit gegenseitigem Verständnis toleriert, und politikgetriebenen Territorialismus, der linguistische Legitimität an institutionelle Normen bindet. Aus einer systemisch funktionalen Perspektive argumentiert der Artikel, dass die Sprachauswahl hauptsächlich auf der diskurs-pragmatischen Ebene funktioniert und zeigt, wie Englisch zunehmend die Interaktion durch alltägliche Präferenzen und nicht durch explizite Imposition vermittelt.
Cora Saurer (Wed,) studierte diese Frage.