In Ishirō Hondas Gojira (1954) ist das titelgebende Monster ein Wesen, das nicht mit der Welt des Japan des zwanzigsten Jahrhunderts übereinstimmt. Es sucht keine Gewalt, kann jedoch nicht existieren, ohne sie zu verursachen. Das Monster ist zu alt, zu groß und zu unterschiedlich von der Menschheit. Dieser Artikel extrapoliert diesen Gedanken und wendet ihn auf Theorien des postimperialen Zeitalters an, in denen ähnliche zeitfremde Denkweisen katastrophal mit der Gegenwart kollidieren. Dies geschieht mit besonderem Fokus auf den Charakter Dr. Serizawa. Serizawa ist ein behinderter Kriegsveteran, der sowohl im Kontext des Monsters Gojira als auch im Kontext von zeitgenössischen Darstellungen von Behinderung in seinem Roman Tempel des goldenen Pavillons gelesen wird. Das Monster wird auch als eine Art Vektor betrachtet: es steht gleichzeitig für die Amerikaner, das alte japanische Kaiserreich und die natürliche Welt. Jede dieser Lesarten wird durch Verweise auf die Veröffentlichung(en) des Films oder zeitgleiche politische Ereignisse wie den Vorfall mit dem Lucky Dragon No. 5 unterstützt. Auch dem Stil des Films wird Aufmerksamkeit geschenkt: Die visuellen Effekte werden als thematisch konsistent mit meinen verschiedenen Lesarten der Erzählung gelesen. Daher behauptet der Artikel, dass Gojira ein Film der Vieldeutigkeit ist: seine anhaltende Anziehungskraft beruht auf seiner launischen, sich ständig verändernden Natur.
Thomas Caffrey (Sun,) untersuchte diese Frage.