Die Funktionsweise des Energy-Only-Markets im Zusammenhang mit der fortlaufenden Transformation des Elektrizitätssystems hin zu hohen Anteilen an erneuerbarer Energieerzeugung stellt die Fähigkeit des reinen Energy-Only-Markets in Frage, ausreichende Erlöse und Investitionsanreize für Spitzenlast- und Flexibilitätskapazitäten zu bieten. In diesem Zusammenhang wird bei entstehenden Erlöslücken vom sogenannten Missing Money Problem gesprochen, welches die langfristige Versorgungssicherheit gefährden kann.Ziel dieser Arbeit ist es, das Ausmaß des Missing Money Problems im österreichischen Strommarkt zu untersuchen. Darüber hinaus werden internationale Kapazitätsmechanismen hinsichtlich ihrer Ziele der Lösung des Missing Money Problems, Gewährleistung von Versorgungssicherheit, Minimierung von Marktmacht, Integration von erneuerbaren Energiequellen, Speichern sowie Demand Side Response bewertet und daraus Schlussfolgerungen für den österreichischen Strommarkt abgeleitet.Zunächst wird eine techno-ökonomische Ex-post-Analyse durchgeführt, um das österreichische Missing Money Problem für verschiedene Arten von Gaskraftwerken (neues und bestehendes Gas- und Dampfkraftwerk sowie bestehendes Gaskraftwerk) unter drei repräsentativen Marktbedingungen (2019, 2022 und 2024) zu quantifizieren. Anhand von stündlichen Elektrizitätspreisen, Brennstoffpreisen und anlagenspezifischen Kostenannahmen werden die variablen Kosten, wirtschaftlichen Einsatzstunden, jährlichen Deckungsbeiträge zur Fixkostendeckung und Missing Money pro MW berechnet.Die Ergebnisse zeigen, dass das Auftreten und Ausmaß des Missing Money Problems in Österreich stark von Marktbedingungen und technologischen Merkmalen abhängt, wobei bestehende Gas- und Dampfkraftwerke ihre Fixkosten decken können, während neue Gas- und Dampfkraftwerke und bestehende Gaskraftwerke unter normalen Marktbedingungen ein strukturelles Missing Money Problem aufweisen. Eine darauf aufbauende vergleichende Analyse internationaler Kapazitätsmechanismen zeigt, dass volumenbasierte Ansätze, insbesondere Reliability Options, geeignet sind, diese strukturellen Erlöslücken zu adressieren.Insgesamt kommt die Arbeit zu dem Schluss, dass unter normalen Marktbedingungen ein strukturelles Missing Money Problem für bestimmte Erzeugungstechnologien im österreichischen Strommarkt besteht. Zur langfristigen Sicherstellung der Versorgungssicherheit können daher gezielt ausgestaltete Kapazitätsmechanismen eine sinnvolle Ergänzung zum bestehenden Marktdesign darstellen. Sie ersetzen jedoch nicht den Bedarf an mehr Flexibilität wie Batteriespeicher und Demand Side Response.
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Jörg Rienäcker
TU Wien
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Jörg Rienäcker (Sun,) studied this question.
www.synapsesocial.com/papers/69d895a86c1944d70ce06bb1 — DOI: https://doi.org/10.34726/hss.2026.139886