Die Studie untersucht, ob eine grüne Unternehmenskultur (GOC) mit einer beobachtbaren Umweltleistung in Verbindung steht und ob Umweltorientierung (EO) diese Beziehung verstärkt. Basierend auf Forschungen zur Unternehmenskultur und Nachhaltigkeit wird GOC als ein gemeinsames System von Umweltwerten, Annahmen und Praktiken konzeptualisiert, während die Umweltleistung anhand des Environmental Pillar Score der Environmental, Social and Governance (ESG)-Ratings gemessen wird. Mitarbeiterbefragungsdaten aus Deutschland und Österreich (N=148) wurden auf Branchenebene aggregiert und mit 308 ESG-Beobachtungen auf Unternehmensebene verknüpft, die aus Refinitiv Datastream stammen. Die Regressionsanalysen liefern keine belastbaren Belege für einen direkten Effekt von GOC auf die Umweltleistung oder für einen moderierenden Einfluss von EO. Die Unternehmensgröße erweist sich als der konsistenteste Prädikator des Environmental Pillar Scores. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich nachhaltigkeitsorientierte kulturelle Werte nicht automatisch in messbare ESG-Ergebnisse niederschlagen. Stattdessen scheint die extern beobachtbare Umweltperformance stärker von strukturellen Kapazitäten und institutionellen Rahmenbedingungen abzuhängen als von der kulturellen Ausrichtung allein.
Franka Fischer (Thu,) studied this question.