Abstract Dieser Aufsatz liest Kleists Gerichtsgeschichten – insbesondere Der zerbrochne Krug – als ästhetische Reflexionen der für jeden Prozess zentralen ,rekonstruktiven Verfahren‘. Für Kleist sind Gerichtsprozesse selbst aktive Medien der Rekonstruktion, d. h., sie entfalten sich in der Gegenwart, aber versuchen, Vergangenes zu rekonstruieren. Dabei müssen sie nicht nur die Umstände eines undurchsichtigen Vorfalls wieder zusammenfügen, sondern auch das, was zerbrochen wurde, wiederherstellen.This essay reads Kleist’s legal fictions − in particular Der zerbrochne Krug − as aesthetic reflections on the ,reconstructive procedures‘ that are central to every trial. For Kleist, trials themselves are active media of reconstruction, i.e., they unfold in the present but are obliged to reconstruct the past. In so doing, they must not only piece back together the circumstances of an obscure incident, but must also restore that which has been damaged.
Jake Fraser (Thu,) studied this question.