Diese Arbeit untersucht, ob unterschiedliche Multi-Club-Ownership-Modelle (MCO) mit systematischen Unterschieden in sportlicher und finanzieller Performance, Talententwicklung und Kommerzialisierungsergebnissen verbunden sind. Aufbauend auf dem Resource-Based View (RBV) und seiner VRIO-Erweiterung sowie ergänzt durch Porters Five Forces Modell, konzipiert die Studie MCO-Strukturen als strategische Organisationsformen, die durch interne Koordinationsmechanismen Wettbewerbsvorteile generieren können. Es wird ein Mixed-Methods-Design verwendet. Qualitative Fallstudien zu City Football Group (CFG), Red Bull und 777 Partners liefern vergleichende Einblicke in unterschiedliche Eigentumsarchitekturen: ein zentralisiertes Plattformmodell, ein markengetriebenes Entwicklungsmodell und ein Portfolio-Investitionsmodell. Diese Fälle werden mit einem quantitativen Paneldatensatz auf Club-Saison-Ebene kombiniert, der alle verbundenen Clubs in den Spielzeiten 2021/22 bis 2023/24 umfasst. Regressionsanalysen prüfen drei Hypothesen zu operativer Integration, interner Spielermobilität und Markenkohärenz. Die Ergebnisse zeigen nur begrenzte Unterstützung für die Annahme, dass formale operative Integration die sportliche oder finanzielle Leistung verbessert. Überschneidungen in der Governance und Eigentumskonzentration sagen weder höhere Punkte-pro-Spiel-Werte noch Gewinnmargen konsistent voraus. Im Gegensatz dazu erweist sich eine strukturierte, leihbasierte interne Mobilität als signifikanter Prädiktor für bessere Ergebnisse in der Nachwuchsentwicklung, insbesondere im Hinblick auf Akademieintegration und Anzahl der hochgezogenen Spieler. Dauerhafte gruppeninterne Transfers sind negativ mit der Akademieförderung verbunden, was eher auf Substitutionseffekte als auf Entwicklungseffekte hindeutet. Kommerzialisierungsergebnisse zeigen keinen robusten Zusammenhang zwischen Markenkohärenz und Spieltagnachfrage, sobald die Stadionkapazität berücksichtigt wird. Insgesamt legen die Ergebnisse nahe, dass MCO nicht per se Wettbewerbsvorteile generiert. Vielmehr scheinen Wettbewerbsvorteile von der Entwicklung eingebetteter organisatorischer Fähigkeiten abzuhängen, insbesondere im Bereich der Koordination von Humankapital. Die Studie trägt zur strategischen Managementliteratur bei, indem sie zwischen formaler Eigentumsintegration und fähigkeitsbasierter Integration unterscheidet und zeigt, dass Letztere enger mit messbaren Leistungsergebnissen im Profifußball verbunden ist.
Felix Obwaller (Thu,) studied this question.